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Geplante Stiftung kostet weitere 400 Millionen Euro

Siemens steht vor Katastrophenquartal

23.09.2008 um 15:40 Uhr
Der Mischkonzern steuert ergebnisseitig auf ein desaströses Schlussquartal 2007/2008 zu.

Nach den Kosten für den groß angelegten Stellenabbau sowie für die Trennung vom Telefonanlagen-Bau SEN und der Schnurlostelefon-Tochter SHC soll bis Ende September auch das Startkapital für die neue "Siemens Stiftung" abgezwackt werden. Die rund 400 Millionen Euro würden "voraussichtlich noch im laufenden vierten Geschäftsquartal ergebniswirksam" verbucht, sagte eine Konzernsprecherin am Dienstag gegenüber der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Siemens hatte zuvor die Gründung einer gemeinnützigen Stiftung bekannt gegeben, die sich in Technik, Bildung, Soziales sowie Kunst und Kultur engagieren wird. Start soll zu Beginn des kommenden Jahres sein. "Siemens übernimmt seit 160 Jahren soziale Verantwortung. Die 'Siemens Stiftung' setzt diese Tradition fort", sagte Konzernchef Peter Löscher. Das Unternehmen kämpft derzeit in der Schmiergeld-Affäre um seinen guten Ruf - insbesondere, weil noch eine Strafe der US-Börsenaufsicht SEC aussteht, die in die Milliarden gehen kann.

Löscher war vor gut einem Jahr als Erneuerer bei Siemens angetreten. Auf der einen Seite treibt er die Aufarbeitung der Schmiergeld-Affäre voran, auf der anderen Seite hat er den Konzern neu zugeschnitten und will parallel dazu die Kosten für Vertrieb und Verwaltung senken. Siemens ruht nun auf den drei Standbeinen Industrie, Energie und Medizintechnik. Randbereiche werde sukzessive abgestoßen.

Der Umbau geht merklich ins Geld. Erklärtes Ziel ist es, alle anfallenden Kosten im laufenden vierten Quartal zu verbuchen. Bei SEN und SHC steht jedoch noch der Abschluss des Verkaufs aus, das sogenannte Closing. Insbesondere bei SEN wird mit einer Belastung nahe der Milliardengrenze gerechnet. Der Abbau von insgesamt knapp 17.000 Stellen, 5.250 davon in Deutschland, kostet weitere hunderte Millionen Euro. Der Gesamtbetriebsrat hatte Ende vergangenen Monats dem Interessenausgleich zugestimmt, in dem unter anderem Altersteilzeitregelungen und Weiterqualifizierungen festgeschrieben sind. (dpa/sh)



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