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Britische Netzbetreiber sagen No

Rückschlag für Nokias mobilen Musikdienst

07.10.2008 um 16:00 Uhr
Autor(en): pte pte.
Der finnische Handyhersteller Nokia muss im Vorfeld zur Markteinführung seines unlimitierten mobilen Musikdienstes "Comes With Music" einen herben Rückschlag einstecken.

Wie die "Financial Times" berichtet, haben alle vier großen Mobilfunkbetreiber in Großbritannien durchblicken lassen, dass sie die entsprechenden Musikflatrate-Handys des Unternehmens im kommenden Weihnachtsgeschäft nicht in ihren Shops anbieten wollen. Für Nokia wäre dies eine bittere Pille, da der Handykonzern mit seinem neuartigen Musik-Service vor allem im traditionell umsatzstarken Weihnachtsgeschäft punkten will. "Unsere 'Comes With Music'-Handypalette wird das Bestseller-Produkt im Weihnachtsgeschäft", hatte Simon Ainslie, Managing Director von Nokia Großbritannien, noch vor einem knappen Monat gegenüber dem "Guardian" erklärt. In Anbetracht der aktuellen Entwicklung wird dieses Ziel aber wohl nur schwer zu erreichen sein.

"Nokia hat in Bezug auf den Launch von 'Comes With Music' vorschnell gehandelt und es verabsäumt, auf die entsprechende Unterstützung der Mobilfunkanbieter zu warten", erklärt Adam Leach, Analyst bei der internationalen Consulting-Firma Ovum, im pressetext-Gespräch. Nokias neuer Musikdienst werde zwar vielleicht von Konsumenten als "aufregende Revolution" gesehen, die "die Kosten für die Nutzung einer beträchtlichen Menge Musik reduziert". "Provider könnten in dem neuen Service aber nur allzu leicht eine Störung des regulären Geschäfts mit Nokia sehen", betont Leach. Ohne den Support der Provider werde es Nokia jedenfalls nicht leicht haben, sich mit seiner Musik-Flatrate am britischen Mobilfunkmarkt zu positionieren. "Kurzfristig gesehen macht der Lauch von 'Comes With Music' im Oktober sicherlich Sinn. Auf längere Sicht ist eine Unterstützung durch die Mobilfunkanbieter jedoch unumgänglich", meint Leach.

"Comes With Music" soll nicht nur auf teuren Handy-Geräten laufen, sondern auch auf günstigeren Modellen. Im Bundle inbegriffen ist laut Nokia das "5310"-Handy.

Ein wichtiger Faktor für die weitere Entwicklung werde sicherlich die Konsumentennachfrage nach dem neuen Nokia-Dienst sein. "Wenn die Nachfrage von Konsumentenseite da ist, werden auch die Provider sich eher dafür interessieren", ist Leach überzeugt. Die Nachfrage wiederum werde zum größten Teil vom veranschlagten Preis des Services abhängen. "Als Preisvorstellung werden derzeit rund 130 Pfund (167 Euro) für das günstigste Bundle-Angebot erwartet. Was den endgültigen Preis betrifft, hält sich Nokia aber bislang noch bedeckt", erläutert Leach. Im Bundle inbegriffen ist laut Nokia das "5310"-Handy und die Möglichkeit der unbegrenzten Musiknutzung für ein Jahr.

Mit dem angekündigten Start von "Comes With Music" schlägt Nokia einen direkten Konfrontationskurs zu Apple ein, das mit dem iPhone und seinem Online-Musikgeschäft iTunes derzeit den Markt dominiert. Im Gegensatz zum Konkurrenten will Nokia aber durch das Angebot einer Musik-Flatrate bei den Nutzern punkten. Zudem soll der Dienst nicht nur auf teuren Handy-Geräten laufen, sondern auch auf günstigeren Modellen. Diese beiden Faktoren sollen dem finnischen Handyhersteller helfen, sein Ziel zu erreichen und den Massenmarkt für Mobilfunk-Musikdienste zu erschließen. "Wenn der Preis so attraktiv bleibt wie versprochen, hat Nokia sicherlich gute Chancen gegenüber dem Marktführer Apple aufzuschließen. Letztendlich werden dieses Rennen aber die Konsumenten entscheiden", so Leach abschließend. (pte)


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