computerwoche.de
Newsletter  |   CW-TV  |   Bilder-Galerien  |   Blogs & Forum  |   CW mobil  |   RSS  |   Aboshop


Mittelstands-IT
RAAD-Studie

EH&S/REACH ist im Mittelstand noch kein IT-Thema

03.12.2008 um 14:31 Uhr
Wie die Studie "Unternehmenssoftware im Mittelstand – Chemie-, Pharma- und Prozessindustrie" zeigt, ist EH&S/REACH in vielen IT-Abteilungen dieser Branchensegmente noch nicht angekommen.

Unternehmen der Chemie- & Pharmabranche müssen viele Richtlinien zum Umweltschutz sowie zur Sicherung der Gesundheit von Mitarbeitern und Bevölkerung befolgen. Diese werden häufig unter dem Begriff Environment, Health & Safety (EH&S) zusammengefasst. Über nationale Richtlinien hinaus gibt es auch internationale oder EU-weite Vereinbarungen. Eine davon ist das sogenannte REACH (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals), das 2007 in Kraft getreten ist. Dies ist eine EU-Chemikalienverordnung, die vorschreibt, dass jeder Stoff, der in der EU in Umlauf gebracht werden soll, vorher vom Hersteller oder Importeur auf seine Gefährlichkeit hin geprüft und bei der Europäischen Agentur für chemische Stoffe (ECHA) in Helsinki registriert werden muss. Darüber hinaus ist die sichere Verwendung von Stoffen sowie deren Registrierung über die gesamte Lieferkette hinweg sicherzustellen.

Bei EH&S/REACH besteht für mittelständische Firmen Nachholbedarf.
Bei EH&S/REACH besteht für mittelständische Firmen Nachholbedarf.

Vertreter der deutschen Industrie kritisieren an REACH, dass die Untersuchungen und die Absicherung möglicher Risiken hohe Aufwendungen erzeugen. Dies treffe insbesondere kleine und mittlere Unternehmen unverhältnismäßig hart und könne daher zu deutlichen Wettbewerbsnachteilen führen. Um diesen Effekt abzumildern und die notwendigen Prozesse möglichst effizient umzusetzen, sollten Unternehmen die IT in die Umsetzung mit einbeziehen. Wie die Studie "Unternehmenssoftware im Mittelstand – Chemie-, Pharma- und Prozessindustrie" zeigt, ist EH&S/REACH in vielen IT-Abteilungen dieser Branchensegmente allerdings noch nicht angekommen.

Im August und September 2008 wurden 178 IT-Leiter in Unternehmen der Chemie-, Pharma- und Prozessindustrie mit 100 bis 2.000 Mitarbeitern danach gefragt, wie intensiv sich Unternehmen mit dem Thema EH&S/REACH auseinandersetzen. Zwar ist die Umsetzung der Richtlinien für die meisten der befragten Unternehmen verpflichtend, allerdings ist dies für viele Unternehmen noch kein priorisiertes Thema: 35% der Unternehmen beschäftigen sich bisher nicht mit dem Thema und weitere 11% nur wenig intensiv. Für weitere 12% ist es weder wichtig noch unwichtig. Lediglich bei 13% der befragten Unternehmen genießt EH&S/REACH sehr hohe Aufmerksamkeit und weitere 26% beschäftigen sich intensiv hiermit.

Erst 15% der IT-Leiter betreiben EH&S/Reach-Software.
Erst 15% der IT-Leiter betreiben EH&S/Reach-Software.

Oft ist den IT-Leitern die Umsetzung von EH&S/REACH im eigenen Unternehmen gänzlich unbekannt. So werden diese Themen von eigens eingerichteten Stellen wie Umweltbeauftragten bearbeitet, allerdings ohne Einbindung der IT. Dies wird vor allem deutlich bei der Betrachtung des Einsatzstatus für EH&S-REACH-Software. Erst 15% der IT-Leiter gaben an, hierfür zentral in der IT eine Lösung zu betreiben. Weitere 7% planen den Einsatz einer hierfür geeigneten Software. Eine Rückverfolgung und Registrierung eingesetzter Chemikalien entlang der gesamten Lieferkette funktioniert somit zur Zeit bei 85% der Unternehmen entweder gar nicht oder nur ineffizient. Ineffizient heißt, dass sich Unternehmen zwar mit dem Thema beschäftigen, aber dies oft außerhalb der IT und damit außerhalb vorhandener ERP-Systeme tun. Auf integrierte und automatisierte Abläufe, also auf effiziente Prozessgestaltung, wird offenkundig in diesen Unternehmen verzichtet. Die mittelständische Chemie-, Pharma- und Prozessindustrie hat in Bezug auf EH&S-REACH also noch einigen Nachholbedarf.

RAAD Research GmbH

Beratungsschwerpunkt: RAAD Research erstellt Marktstudien und Analysen im Umfeld von betriebswirtschaftlicher Standardsoftware. Die relevanten Markttrends in Bezug auf Softwaresysteme, Infrastruktur und IT-Dienstleistungen werden durch empirische Marktforschung auf wissenschaftlich fundierter Basis ermittelt, analysiert und verständlich aufbereitet.




Leserkommentare 
(0 Beiträge), 
Kommentieren

Beitrag schreiben

Noch kein Forums-Mitglied?
Dann gleich hier anmelden.

MITTELSTANDS-IT: CW-REDAKTEURE EMPFEHLEN
Sicherheitstrends 2009 Sicherheitstrends 2009 Mit neuen IT-Trends wie Cloud Computing, Software-as-a-Service (SaaS) und Virtualisierung lauern neue Gefahren für mittelständische Unternehmen.  weiter
Wie Sie IT-Fachkräfte finden Wie Sie IT-Fachkräfte finden Der IT-Fachkräftemangel ist ein akutes Problem. Bekanntheit und Professionalität sind die Schlüssel zum Markt der Top-Talente und Experten.  weiter
Hilfreiches Server-Bundle Hilfreiches Server-Bundle Mit dem "Essential Business Server 2008" hat Microsoft eine Suite auf den Markt gebracht, die IT-Administratoren im Alltagsgeschäft entlasten soll. weiter
Mitarbeiter als Ideen-Pool Mitarbeiter als Ideen-Pool Die Fähigkeit von Unternehmen, neue Produkte und Dienste zu entwickeln, ist von strategischer Bedeutung. Wie aber kann Innovation gesteuert werden? weiter
Prozesse optimieren Prozesse optimieren Controller in mittelständischen Unternehmen haben einen Wunsch an die IT-Abteilungen. Sie wollen Lösungen, die ihre Kernprozesse unterstützen.  weiter
Sicherheitstrends 2009 Wie Sie IT-Fachkräfte finden Hilfreiches Server-Bundle Mitarbeiter als Ideen-Pool Prozesse optimieren
MEHR ZUM THEMA MITTELSTANDS-IT
  • Artikel
  • Whitepaper
FEATURED LINKS

KOSTENLOSE NEWSLETTER VON COMPUTERWOCHE
Nachrichten morgens
Whitepaper
Nachrichten mittags
CW-Mittelstand
Highlights der Woche
Hardware
Neu: SAP-Newsletter
Software
Job + Karriere
Open-Source
Stellenmarkt
Produkte + Techn.
Freiberufler
Security