Magazin: Juristen bescheinigen Pierer schwere Versäumnisse
Hamburg (ddp) Die neue Siemens-Führung ist bei der Aufarbeitung der seit knapp zwei Jahren schwelenden Korruptionsaffäre offenbar schon deutlich weiter vorangekommen als bislang bekannt.
Nach ihrer Analyse war das hauseigene Anti-Korruptionssystem des Konzerns bereits seit 2001 «objektiv mangelhaft», wie das Magazin berichtet. Die früheren Zentralvorstände hätten die im Konzern verborgenen Korruptionsrisiken massiv unterschätzt, Verstöße nicht ausreichend geahndet und die Einhaltung der vorgegebenen Regeln nur rudimentär kontrolliert. Obwohl sich ab Sommer 2003 die Verdachtsfälle bereits häuften, habe das damalige oberste Führungsgremium unter Pierer interne Vorschläge zur Verbesserung des Anti-Korruptionssystems verworfen.
Dem Bericht zufolge formulierten die Juristen bereits gegen mehrere Ex-Vorstände konkrete Vorwürfe. Pierer selbst solle zwischen 2003 und 2006 im Zusammenhang mit einem Kraftwerksprojekt im Iran Zahlungen an einen arabischen Mittelsmann in Höhe von 650 000 Euro ermöglicht haben, obwohl der Konzern schon Jahrzehnte zuvor aus dem Geschäft ausgestiegen war. Der Ex-Siemens-Chef sei vergangene Woche verreist gewesen und wolle sich zu den Vorwürfen gegenüber seinem Ex-Arbeitgeber erst äußern, wenn alle Unterlagen eingegangen seien und er sie mit Hilfe seiner Anwälte geprüft habe, schreibt das Magazin.
Siemens hatte in der vergangenen Woche angekündigt, gegen elf ehemalige Vorstände, darunter Pierer und Ex-Chef Klaus Kleinfeld, Schadenersatzklagen zu erheben.
ddp.djn/rab/pon
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Hamburg (ddp) Die neue Siemens-Führung ist bei der Aufarbeitung der seit knapp zwei Jahren schwelenden Korruptionsaffäre offenbar schon deutlich weiter vorangekommen als bislang bekannt.
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