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Wirtschaft & Boerse Marktberichte
26.08.2008 | 12:51 Uhr

(Zusammenfassung - Neu: Details) Dunkle Wolken am Konjunkturhimmel - Ifo-Index fällt auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren - Auch Konsumlaune sinkt --Von Ralf Beunink--





Berlin (ddp). Die Anzeichen für eine merkliche Abkühlung der deutschen Konjunktur werden immer deutlicher. So trübte sich die Stimmung im August deutlich stärker ein als von Experten erwartet. Der am Dienstag in München veröffentlichte Ifo-Geschätsklimaindex - das wichtigste Stimmungsbarometer der deutschen Wirtschaft - fiel auf den tiefsten Stand seit August 2005. Auch die Konsumstimmung der Verbraucher verschlechterte sich stärker als erwartet und erreichte den tiefsten Stand seit fünf Jahren. Viele Experten schließen eine Rezession nicht mehr aus.

«Die deutsche Wirtschaft gerät damit zunehmend in konjunkturell schwieriges Fahrwasser», sagte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn. Zuvor teilte sein Institut mit, dass der Ifo-Geschäftsklimaindex, für den monatlich rund 7000 Unternehmen befragt werden, von 97,5 Punkten im Juli auf 94,8 Punkte für August gefallen sei. Experten hatten lediglich einen Rückgang auf 97,1 Punkte erwartet. Durch den dritten Rückgang in Folge fiel der Index auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren, was auf eine merkliche Konjunkturabkühlung in den kommenden Monaten hindeutet.

Wegen der verschlechterten Konjunkturaussichten und der zuletzt stark gestiegenen Verbraucherpreise trübte sich auch die Konsumstimmung deutlich ein und erreichte das niedrigste Niveau seit Sommer 2003. Der Wert für September verringerte sich von 1,9 Punkten im August auf 1,5 Punkte, wie das Marktforschungsunternehmen GfK in Nürnberg mitteilte. Volkswirte hatten mit einem Indexstand von 2,0 gerechnet. Die Ergebnisse der Studie basieren auf monatlich rund 2000 Verbraucherinterviews.

Zweifellos befindet sich die deutsche Wirtschaft im Rückwärtsgang. So teilte das Statistische Bundesamt mit, dass sich das Bruttoinlandsprodukt von April bis Juni gegenüber dem Vorquartal um 0,5 Prozent verringerte und bestätigte damit seine bisherigen Angaben vom 14. August. Experten hatten damit gerechnet. Im ersten Quartal war die deutsche Wirtschaft noch um 1,3 Prozent gewachsen. Schrumpft die Wirtschaft nun auch im laufenden Quartal, befindet sich Deutschland nach allgemeiner Definition in einer Rezession.

Auch Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) sieht die Konjunktur weiter unter Druck und regte Steuerentlastungen an. «Der Wachstumsrückgang im zweiten Quartal zeigt, dass die Konjunktur in Deutschland derzeit einem ernsten internationalen Belastungstest ausgesetzt ist, der andauern wird», sagte er. Die «Achillesferse» blieben die privaten Konsumausgaben. «Umso mehr muss es jetzt darum gehen, die Zuversicht und das Zukunftsvertrauen der Verbraucher zu stärken», sagte er. «Die rascher als erwartet voran kommende Gesundung der öffentlichen Finanzen eröffnet dafür zunehmend Spielräume», sagte er.

Experten zeigten sich von den neuesten Daten teilweise überrascht. «Der jetzige Fall übertrifft unsere Befürchtungen deutlich», kommentierte Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg etwa den Absturz des Konsumklimas. Die Gefahr einer Rezession sei «erheblich» gestiegen. Nach Ansicht von Commerzbank-Chefökonom Jörg Krämer deutet alles auf eine harte Landung hin. Eine «Bruchlandung» in Form einer Rezession sei zwar nicht das wahrscheinlichste Szenario, könne aber nicht mehr ausgeschlossen werden.

ddp.djn/rab/mwo

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