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Wirtschaft & Boerse Marktberichte
08.09.2008 | 13:11 Uhr

DAX am Mittag: Gewinne weiter ausgebaut, Deutsche Bank steigen um über 8 Prozent





Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der deutsche Aktienmarkt hat seine Gewinne gegen Mittag weiter ausgebaut. Beim DAX ist aktuell ein kräftiger Aufschlag von 3,50 Prozent auszumachen auf 6.341,72 Indexpunkte. Der MDAX klettert um 4,06 Prozent auf 8.350,95 Zähler. Für gute Stimmung sorgt eine Meldung, wonach die US-Regierung vorläufig die Kontrolle über die beiden angeschlagenen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac übernimmt. Mit dem Schritt soll noch größere Unruhe auf den amerikanischen und den weltweiten Finanzmärkten vermieden werden.

Finanzwerte zählen dann auch zu den größten Favoriten. Die Aktie der Deutschen Bank gewinnt derzeit mehr als 8 Prozent. Laut einem Pressebericht sei der Konzern weiterhin an der Deutschen Postbank (+3,8 Prozent) interessiert, wobei man derzeit den Einstieg mit einem Minderheitsanteil von unter 30 Prozent prüfe. Ferner steht ein Artikel im Blick, demzufolge die Postbank-Mutter Deutsche Post (+2,2 Prozent) offenbar bereit sei, ihre Preisvorstellungen zu reduzieren. Papiere der Commerzbank liegen mit 5 Prozent im Plus. Zur Teilfinanzierung der Übernahme der Dresdner Bank wird der Konzern insgesamt gut 65 Millionen neue Aktien ausgeben. Titel der Allianz rücken um 7,4 Prozent vor. Ferner gewinnen Anteilsscheine der HRE über 5 Prozent.

Mit in die Liste der größten Gewinner reihen sich mitunter auch Papiere der Deutschen Börse mit +5,5 Prozent. Der Börsenbetreiber will sich einem Pressebericht zufolge gegen den wachsenden Druck der beiden Hedgefonds Atticus und TCI zur Wehr setzen, so ein Pressebericht.

Für Daimler geht es um fast 3 Prozent nach oben. Einem Medienbericht zufolge hätten Vertreter des schwedischen Finanzinvestors Cevian Capital bei einem Treffen mit Konzernchef Dieter Zetsche eine Zerschlagung des Autobauers gefordert. Die Aktie des Pharmakonzerns Bayer, der seine niedrig dosierte Verhütungspille YAZ ab September in Europa einführt, bleibt mit +2,3 Prozent hinter dem Gesamtmarkt zurück.

Im MDAX liegen MTU mit +10,2 Prozent an der Spitze. Auf den Plätzen folgen HOCHTIEF, SGL CARBON und Bilfinger Berger. Gegen den positiven Trend geben Premiere am Indexende 1 Prozent ab.

Unternehmensmeldungen:

Die Commerzbank AG (ISIN DE0008032004/ WKN 803200) führt die angekündigte Kapitalerhöhung zur Teilfinanzierung der Übernahme der Dresdner Bank AG durch. Wie der Konzern heute mitteilte, werden institutionellen Investoren im Wege eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens insgesamt 65.384.615 neue Aktien von einem internationalen Bankenkonsortium angeboten. Der Emissionserlös soll zur Finanzierung der Übernahme der Dresdner Bank AG beitragen.

Presseangaben zufolge ist in die Verhandlungen um den Verkauf der Deutsche Postbank AG (ISIN DE0008001009/ WKN 800100) wieder Bewegung gekommen. Wie die "WirtschaftsWoche" am Samstag in einer Vorabausgabe berichtete, ist die Deutsche Post AG (ISIN DE0005552004/ WKN 555200) offenbar bereit, ihre Preisvorstellungen zu reduzieren. "Sie würde jetzt auch einen hohen einstelligen Milliardenbetrag akzeptieren", so das Magazin unter Berufung auf Kreise des Bundesfinanzministeriums. Dieser solle beim aktuellen Börsenwert plus eines Zuschlags von etwa 30 Prozent und damit zwischen 8,5 und 9,5 Mrd. Euro liegen.

Die Deutsche Bank AG (ISIN DE0005140008/ WKN 514000) ist einem Pressebericht zufolge weiterhin an der Deutsche Postbank AG interessiert. Laut einem Bericht des "Handelsblatt" prüfe die Deutsche Bank derzeit den Einstieg mit einem Minderheitsanteil von unter 30 Prozent bei der Postbank. Nachdem der deutsche Branchenprimus zeitweilig sehr wenig Interesse an einem Einstieg gezeigt habe, sei er wieder in den Verkaufsprozess der Deutsche Post AG zurückgekommen, berichtet die Wirtschaftszeitung unter Berufung auf Finanzkreise.

Die Deutsche Börse AG (ISIN DE0005810055/ WKN 581005) will sich einem Pressebericht zufolge gegen den wachsenden Druck der beiden Hedgefonds Atticus und TCI zur Wehr setzen. Laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" zieht der Börsenbetreiber derzeit verschiedene Strategien zur Abwehr gegen eine mögliche Zerschlagung in Betracht. Dabei gehe ein Vorschlag dahin, die Investoren in den Hedgefonds von TCI und Atticus aufzustacheln, ihr eigenes Management und nicht das der Deutschen Börse zu feuern. Andere Aufsichtsräte appellierten an die Politik, für den Unterhalt einer Börse bedürfe es in Deutschland einer Lizenz des Staates. "Die kann auch entzogen werden", heißt es als Drohung an die angelsächsischen Aktionäre. Die beiden angelsächsischen Hedgefonds Atticus und TCI halten gut 19 Prozent der Anteile und hatten bekanntgegeben, ihre Interessen gemeinsam zu vertreten.

Der Pharmakonzern Bayer AG (ISIN DE0005752000/ WKN 575200) führt YAZ, eine neue niedrig dosierte Verhütungspille, ab September 2008 in Europa ein. Die europäische Markteinführung startet im September 2008 in Deutschland, den Niederlanden, Tschechien, der Slowakei, den Alpenländern und Skandinavien. In Kürze folgen Portugal, Finnland, die Ukraine und die baltischen Staaten. Spätestens im ersten Halbjahr 2009 wird YAZ in weiteren europäischen Ländern eingeführt. Weltweit ist YAZ bereits in verschiedenen Ländern und Regionen, darunter die USA, Lateinamerika und der asiatisch-pazifische Raum, für drei verschiedene Indikationen zugelassen.

Der schwedische Finanzinvestor Cevian Capital setzt einem Pressebericht zufolge den Automobilkonzern Daimler AG (ISIN DE0007100000/ WKN 710000) massiv unter Druck. Laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins "FOCUS" hätten Vertreter des Finanzinvestors bei einem Treffen mit Konzernchef Dieter Zetsche eine Zerschlagung des Autobauers gefordert. In diesem Zusammenhang wollten die Schweden ausgerechnet die Nutzfahrzeugsparte aus dem Konzern herauslösen und forderten Zetsche auf, einen Verkauf oder Börsengang des Lkw-Bereichs in Angriff zu nehmen. Derzeit werde der Wert der Nutzfahrzeugsparte von Experten auf 16 Mrd. Euro taxiert, wobei Daimler derzeit an der Börse mit lediglich 38 Mrd. Euro bewertet wird. Bislang befindet sich Cevian Capital laut dem Bericht im Besitz von 2 Prozent der Daimler-Papiere. Bei dem Gespräch mit Zetsche kündigten die Fondsmanager an, ihren Anteil möglicherweise aufzustocken und sich mit weiteren Finanzinvestoren zu vereinen, um ihre Interessen durchzusetzen, berichtet das Nachrichtenmagazin weiter.

Die Hannover Rückversicherung AG (Hannover Rück) (ISIN DE0008402215/ WKN 840221) geht in Zusammenhang mit dem Hurrikan "Gustav" von einer moderaten Schadenbelastung aus. Der Vorstandsvorsitzende des Rückversicherers, Wilhelm Zeller, machte laut einer heute veröffentlichten Pressemitteilung erste Angaben zur Schadenbelastung aus dem Hurrikan "Gustav", der Ende August über den Golf von Mexiko und Louisiana fegte. Der Wirbelsturm verursachte nach Schätzungen einschlägiger internationaler Modellierungsagenturen einen versicherten Schaden zwischen 1,5 und 8 Mrd. Dollar. Die Hannover Rück geht vor diesem Hintergrund von einer Netto-Schadenbelastung von unter 100 Mio. Euro aus.

Die Billigfluglinie Air Berlin plc (ISIN GB00B128C026/ WKN AB1000) will einem Pressebericht zufolge bei der Tochtergesellschaft LTU massive Streichungen an ihrem Standort am Flughafen Düsseldorf durchführen. Wie die "WirtschaftsWoche" unter Berufung auf Informationen der Pilotenvereinigung Cockpit berichtet, soll die LTU ihre Flotte um sechs auf 22 Flugzeuge reduzieren. Demnach soll die Flotte des gesamten Unternehmens von aktuell 132 Flugzeugen nicht mehr wie geplant zum Winter 2008/2009 auf 134 aufgestockt, sondern auf 120 abgebaut werden. (08.09.2008/ac/n/m)

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Finanzwerte zählen dann auch zu den größten Favoriten. Die Aktie der Deutschen Bank gewinnt derzeit mehr als 8 Prozent. Laut einem Pressebericht sei der Konzern weiterhin an der Deutschen Postbank (+3,8 Prozent) interessiert, wobei man derzeit den Einstieg mit einem Minderheitsanteil von unter 30 Prozent prüfe. Ferner steht ein Artikel im Blick, demzufolge die Postbank-Mutter Deutsche Post (+2,2 Prozent) offenbar bereit sei, ihre Preisvorstellungen zu reduzieren. Papiere der Commerzbank liegen mit 5 Prozent im Plus. Zur Teilfinanzierung der Übernahme der Dresdner Bank wird der Konzern insgesamt gut 65 Millionen neue Aktien ausgeben. Titel der Allianz rücken um 7,4 Prozent vor. Ferner gewinnen Anteilsscheine der HRE über 5 Prozent.

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