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Wirtschaft & Boerse Marktberichte
10.09.2008 | 10:08 Uhr

DAX am Morgen: Mäßige Verluste, Deutsche Postbank Spitzenreiter





Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Belastet von schwachen Vorgaben aus Übersee hat der deutsche Aktienmarkt am Mittwochmorgen mit Verlusten zu kämpfen. Nach einem kaum veränderten Auftakt liegt der DAX inzwischen mit 0,53 Prozent im Minus bei 6.200,55 Indexpunkten. Der MDAX gibt daneben 0,02 Prozent ab auf 8.066,14 Zähler.

Nach enttäuschenden Konjunkturdaten und neu aufgekommenen Ängsten in Zusammenhang mit der Finanzkrise hat die Wall Street am Vorabend massive Verluste erlitten. Der Dow Jones sackte um 2,4 Prozent ab. Den S&P 500 traf es mit -3,4 Prozent noch härter. Im Blickpunkt standen vor allem Lehman Brothers. Papiere der Investmentbank brachen angesichts massiver Liquiditätssorgen um 45 Prozent ein. Der Nikkei-Index hielt sich in Tokio mit -0,4 Prozent erstaunlich stabil.

Ungeachtet der schwachen Vorgaben ziehen Anteilsscheine der Deutschen Postbank an der DAX-Spitze um 2,2 Prozent an. Hier steht ein Pressebericht im Blick, demzufolge eine Entscheidung über den Verkauf des Finanzkonzerns unmittelbar bevorsteht. Die besten Chancen zum Kauf solle die Deutsche Bank besitzen. Hier ist aktuell ein Minus von 1,7 Prozent auszumachen. Titel der Postbank-Mutter Deutsche Post legen 0,7 Prozent zu.

Nach dem gestrigen Kurseinbruch rücken außerdem ThyssenKrupp um 1,5 Prozent vor. Der Konzern gab zuvor bekannt, sich von seiner Beteiligung an dem Automobilzulieferer Bertrand getrennt zu haben. Für die Linde-Aktie geht es um 0,5 Prozent nach oben. Hier stützt eine Meldung, wonach der Industriegasehersteller mit dem chinesischen Raffineriekonzern Sinopec ein Joint Venture zur Industriegase-Versorgung gegründet hat.

Das Schlusslicht bilden Papiere der Allianz mit -1,8 Prozent. METRO fallen um 1,4 Prozent zurück. Ferner stehen die beiden hoch gewichteten Energieversorger E.ON und RWE weiter unter Druck.

Im MDAX können KlöCo und Tognum jeweils mehr als 2 Prozent zulegen. LEONI verlieren an letzter Stelle 3 Prozent.

Unternehmensmeldungen:

Aktuellen Presseberichten zufolge steht eine Entscheidung über den Verkauf der Deutsche Postbank AG (ISIN DE0008001009/ WKN 800100) unmittelbar bevor. Dies berichtete die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" (WAZ) am Dienstag vorab aus ihrer Mittwochausgabe. "Es ist davon auszugehen, dass sie nicht mehr bei der Post bleibt", schreibt die Zeitung unter Berufung auf Aufsichtsratskreise der Postbank-Mutter Deutsche Post AG (ISIN DE0005552004/ WKN 555200). Weiter hieß es: "Die Postbank ist nicht notwendiger Bestandteil der Deutschen Post." Das Kontrollgremium will der Zeitung zufolge bei seiner Sitzung am Freitag eine Entscheidung treffen. Die besten Chancen zum Kauf soll die Deutsche Bank AG (ISIN DE0005140008/ WKN 514000) besitzen. Der Kaufpreis soll deutlich unter 10 Mrd. Euro liegen, so die WAZ.

Die ThyssenKrupp AG (ISIN DE0007500001/ WKN 750000) hat sich von ihrer Beteiligung an der Bertrand AG (ISIN DE0005232805/ WKN 523280) getrennt. Wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, wurde die von ThyssenKrupp gehaltene 24,99-prozentige Beteiligung an dem Automobilzulieferer von der Landesbank Baden-Württemberg übernommen. Nach Abschluss der Transaktion hält die ThyssenKrupp Steel AG noch eine Beteiligung von 0,02 Prozent an Bertrand. Finanzielle Einzelheiten der Transaktion wurden nicht bekannt gegeben.

Der Industriegasehersteller Linde AG (ISIN DE0006483001/ WKN 648300) gab heute bekannt, dass er mit der SINOPEC Fujian Petrochemical Co. Ltd. (FPCL), einer Tochter der China Petroleum & Chemical Corp. (Sinopec) (ISIN CN0005789556/ WKN 578955), ein Joint Venture zur langfristigen Industriegase-Versorgung von Kunden in der südostchinesischen Provinz Fujian gegründet hat. Diese Kooperation ist mit Investitionen von rund 100 Mio. Euro verbunden. Beide Partner, FPCL und Linde Gas (Hongkong) Ltd., eine vollständige Linde-Tochter, halten an dem neuen Joint Venture jeweils 50 Prozent, hieß es.

Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer AG (ISIN DE0005752000/ WKN 575200) will seine Forschungsaktivitäten zur Frühdiagnose von Alzheimer weiter verstärken. Wie der Konzern heute erklärte, habe Bayer Schering Pharma mit der japanischen Universität Nagasaki einen Lizenzvertrag zur Nutzung neuartiger Substanzen für die molekulare Bildgebung unterzeichnet. Im Rahmen der Vereinbarung erwirbt Bayer Schering Pharma die weltweiten Exklusiv-Rechte zur Erforschung, Entwicklung und Vermarktung einer Gruppe von radioaktiv markierten Molekülen für die diagnostische Bildgebung neurodegenerativer Erkrankungen. Finanzielle Einzelheiten wurden nicht bekannt gegeben. (10.09.2008/ac/n/m)

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