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Wirtschaft & Boerse Marktberichte
10.09.2008 | 15:51 Uhr

Wall Street: Etwas fester, Lehman Brothers meldet Milliardenverlust, FedEx überrascht positiv





New York (aktiencheck.de AG) - Die US-amerikanischen Börsen können sich am Mittwochmorgen etwas von den drastischen Vortagesverlusten erholen. Kurz nach Handelsstart gewinnt der Dow Jones 0,26 Prozent auf 11.260,78 Punkte. Der S&P 500 legt 0,49 Prozent zu und notiert bei 1.230,55 Zählern, während beim NASDAQ Composite ein Aufschlag von 0,55 Prozent auf 2.221,89 Punkte zu beobachten ist.

Anteilsscheine von Lehman Brothers befinden sich nach der Vorlage vorläufiger Geschäftszahlen im Blick. Angesichts der weiter schwelenden Krise an den internationalen Finanzmärkten hat die Investmentbank im dritten Quartal voraussichtlich einen Verlust von 3,9 Mrd. Dollar erlitten und die Erwartungen des Marktes damit drastisch verfehlt. Daneben hat der Konzern den Spin-Off seiner Gewerbeimmobilien angekündigt. Nach dem gestrigen Kurseinbruch kann die Aktie heute aber dennoch zulegen, aktuell geht es hier um rund 7 Prozent nach oben. Andere Finanzwerte stehen dagegen unter Druck. Mitunter geben die Citigroup 0,4 Prozent, Goldman Sachs 2,2 Prozent und Merrill Lynch 3,6 Prozent ab.

Bei Texas Instruments schlägt indes ein Plus von fast 3 Prozent zu Buche. Der Technologiekonzern hat am Vorabend seine Ergebnisprognose für das laufende Quartal konkretisiert und die bisherige Schätzung nur unwesentlich eingegrenzt. Anteilsscheine von FedEx springen um knapp 4 Prozent, nachdem der Logistikkonzern seine Gewinnschätzung für das erste Quartal am Vorabend deutlich nach oben geschraubt hat.

ImClone rücken um 7,5 Prozent vor. Das Biotech-Unternehmen hat eine Offerte von Bristol-Myers Squibb (-0,8 Prozent) als unangemessen zurückgewiesen. Ferner hat der Konzern eigenen Angaben zufolge inzwischen ein höheres Angebot eines großen pharmazeutischen Unternehmens erhalten.

Unternehmensmeldungen:

Die amerikanische Investmentbank Lehman Brothers Holdings Inc. (ISIN US5249081002/ WKN 891041) musste im dritten Quartal einen milliardenschweren Verlust ausweisen. Wie der Finanzkonzern heute erklärte, lag der Nettoverlust im Berichtszeitraum nach vorläufigen Berechnungen bei 3,9 Mrd. Dollar bzw. 5,92 Dollar je Aktie, nach einem Nettogewinn im Vorjahreszeitraum. Wie der Konzern weiter ausführte, resultiert der deutliche Verlust vor allem aus Wertberichtigungen in Zusammenhang mit Finanzanlagen auf dem Hypothekenmarkt sowie bei gewerblichen Immobilienportfolios. Analysten erwarten bislang einen Verlust von 3,35 Dollar pro Aktie. In Zusammenhang mit der weiterhin angespannten Liquiditätssituation kündigte Lehman Brothers eine drastische Kürzung der Jahresdividende an. Außerdem wurde der Spin-Off der Assets im Bereich Commercial Real Estate mit einem Gesamtvolumen von 25 bis 30 Mrd. Dollar an die Anteilseigner angekündigt.

Die amerikanische Texas Instruments Inc. (ISIN US8825081040/ WKN 852654) hat am Dienstagabend ihre Ergebnisprognosen für das laufende dritte Quartal konkretisiert. Demnach geht der Konzern nunmehr für das laufende Quartal von einem Umsatz im Bereich von 3,33 bis 3,47 Mrd. Dollar aus, nachdem man zuvor Umsatzerlöse von 3,26 bis 3,54 Mrd. Dollar in Aussicht gestellt hatte. Beim Ergebnis je Aktie erwartet der Halbleiterspezialist einen Wert von 42 bis 46 Cents, nachdem man zuvor ein EPS von 41 bis 47 Cents in Aussicht gestellt hatte. Analysten gehen für das laufende Quartal von einem EPS von 44 Cents sowie einem Umsatz von 3,40 Mrd. Dollar aus.

Der amerikanische Logistikkonzern FedEx Corp. (ISIN US31428X1063/ WKN 912029) gab am Dienstag nach US-Börsenschluss bekannt, dass sein Gewinn im ersten Quartal die Marktschätzungen übertreffen wird, was mit geringer als erwarteten Treibstoffkosten zum Ende des Quartals und Kostensenkungsmaßnahmen zusammenhängt. Demnach rechnet der zweitgrößte US-Paketdienst nun mit einem Ergebnis von 1,23 Dollar pro Aktie, nach bisher erwarteten 0,80 bis 1,00 Dollar pro Aktie. Analysten stellen hier einen Gewinn von 95 Cents pro Aktie in Aussicht. Die Planung für das Gesamtjahr in Höhe von 4,75 bis 5,25 Dollar wurde indes unverändert belassen.

Der Softwarekonzern Microsoft Corp. (ISIN US5949181045/ WKN 870747) hat in Zusammenhang mit der zuletzt angekündigten Übernahme des Internet-Portalbetreibers Greenflied Online Inc. (ISIN US3951501051/ WKN 936740) den Verkauf eines Teilbereichs von Greenfield Online angekündigt. Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, wird Microsoft demnach den Bereich Greenfield Online Internet Survey Solutions (ISS) an eine Tochter des Finanzinvestors ZM Capital L.P. veräußern. Finanzielle Einzelheiten der Transaktion wurden nicht bekannt gegeben.

Wie die ImClone Systems Inc. (ISIN US45245W1099/ WKN 883074) heute bekannt gab, ist ein Sonderausschuss des amerikanischen Biotech-Unternehmens zum dem Schluss gekommen, dass die Offerte der Bristol-Myers Squibb Co. (ISIN US1101221083/ WKN 850501) zu niedrig und damit unangemessen ist. Der US-Pharmakonzern Bristol-Myers teilte Ende Juli mit, dass er ImClone für 4,5 Mrd. Dollar übernehmen will. Im Rahmen des Übernahmeangebots bietet man den Aktionären des Partnerunternehmens 60 Dollar in bar für jeden ihrer Anteilsscheine. Wie ImClone heute weiter erklärte, hat man inzwischen ein anderes Angebot eines großen pharmazeutischen Unternehmens in Höhe von 70 Dollar pro Aktie in bar erhalten - vorbehaltlich einer Due Diligence.

Der größte US-Chemiekonzern Dow Chemical Co. (ISIN US2605431038/ WKN 850917) meldete heute, dass er derzeit den Verkauf bestimmter Geschäftsbereiche in Betracht zieht, um mögliche wettbewerbsrechtliche Bedenken im Zusammenhang mit seiner geplanten Übernahme des Spezialchemiekonzerns Rohm and Haas Co. (ISIN US7753711073/ WKN 852156) zu entkräften. Zu den nun von einem möglichen Verkauf betroffenen Einrichtungen zählen die Acrylsäure- und Ester-Aktivitäten in Clear Lake (Pasadena, Texas) sowie das UCAR Emulsion Systems-Geschäft in Nordamerika. (10.09.2008/ac/n/m)

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