(Wochenendzusammenfassung - Neu: Details) «Kanzlerin der Heteros» - Grünen-Chefin Roth attackiert Merkel auf CSD in München - Tausende bei schwullesbischem Umzug --Von Georg Etscheit--
Tausende Lesben und Schwule haben am Samstag beim Christopher Street Day (CSD) in München für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung demonstriert. Bei einer Kundgebung auf dem Marienplatz forderte die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth die volle rechtliche Gleichstellung von Homo- und Heterosexuellen.
München (ddp-bay). Tausende Lesben und Schwule haben am Samstag beim Christopher Street Day (CSD) in München für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung demonstriert. Bei einer Kundgebung auf dem Marienplatz forderte die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth die volle rechtliche Gleichstellung von Homo- und Heterosexuellen.
«Wir sind noch lange nicht am Ziel angekommen», sagte Roth. Die Lücken im Lebenspartnerschaftsgesetz müssten so schnell wie möglich geschlossen werden, etwa im Beamtenrecht, im Steuer- und Adoptionsrecht sowie bei der Hinterbliebenenversorgung.
Roth warf Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor, eine «Kanzlerin der Heteros» zu sein. «Tu was», rief Roth der Regierungschefin unter dem Jubel Tausender Zuhörer zu.
Die Grünen-Politikerin griff auch die bayerische Staatsregierung an. Es sei bei der Landtagswahl im Herbst Zeit, der CSU eine «Auszeit» zu gönnen. Im Sinne der Homosexuellen sei es in Bayern höchste Zeit, auch die Standesämter für lesbische und schwule Paare zu öffnen.
Derzeit gilt im Freistaat die Regelung, dass Lesben und Schwule vor einem Notar eine gesetzliche Lebenspartnerschaft eingehen können. Damit will die Staatsregierung den Unterschied einer Lebenspartnerschaft zur Ehe zwischen Mann und Frau betonen.
Nach der Auftaktkundgebung setzte sich ein langer Zug von bunt geschmückten Motivwagen durch die Stadt in Bewegung. Daran nahmen nach Schätzungen der Polizei rund 5000 Menschen teil. Weitere etwa 12 000 Schaulustige säumten die Straßen, durch die sich der zum Teil recht schrille Lindwurm mit Drag-Queens und Ledermännern zog.
Auf dem Wagen des Lesben und Schwulenverbandes (LSVD) wurde mit überlebensgroßen Pappmaché-Darstellungen von Bischöfen wie Walter Mixa aus Augsburg, Joachim Meisner aus Köln sowie dem Papst die Haltung der katholischen Kirche zur Homosexualität aufs Korn genommen. Auf einem Spruchband war zu lesen: «Solche Gestalten haben keine Legitimation, Homosexualität zu diffamieren».
Beim CSD vor zwei Jahren hatte die Polizei Teile eines Motivwagens konfisziert, der Papst Benedikt XVI. mit Kondomen an den Fingern zeigte. In diesem Jahr sei kein Wagen beanstandet worden, sagte ein Polizeisprecher auf ddp-Anfrage am Sonntag. Zu Zwischenfällen sei lediglich während einer Rede von Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) am Samstag gekommen. Mehrere Personen «aus dem rechten Spektrum» hätten dabei Plakate mit beleidigendem Inhalt in die Höhe gehalten. Gegen sie werde nun ermittelt.
Der CSD gilt als der alljährliche Feiertag von Schwulen und Lesben sowie anderer sexueller Randgruppen. Er erinnert an tagelange Straßenschlachten zwischen der Polizei und Homosexuellen, die am 28. Juni 1969 in der New Yorker Christopher Street begonnen hatten. Die Aufstände richteten sich gegen Razzien der Polizei, bei denen es immer wieder zu gewalttätigen Übergriffen der Polizei gekommen war.
ddp/ets/kos
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Tausende Lesben und Schwule haben am Samstag beim Christopher Street Day (CSD) in München für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung demonstriert. Bei einer Kundgebung auf dem Marienplatz forderte die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth die volle rechtliche Gleichstellung von Homo- und Heterosexuellen.
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