Sellering bleibt bei Nein zu sofortigem Angleich der Ost-Renten
Berlin/Schwerin (ddp) Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) bekräftigt seine Ablehnung einer sofortigen Angleichung der Ost-Renten an Westniveau.
Berlin/Schwerin (ddp). Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) bekräftigt seine Ablehnung einer sofortigen Angleichung der Ost-Renten an Westniveau. «Wer die sofortige Angleichung des Rentenwertes fordert und dafür die Abschaffung der Höherbewertung in Kauf nimmt, der bevorzugt einseitig die jetzigen Rentner und benachteiligt künftige Rentner-Generationen im Osten», sagte Sellering in einem am Sonntag veröffentlichten Bericht der Zeitschrift «Super Illu». Statt dessen erneuerte er seinen Vorschlag für eine stufenweise Anpassung, den er mit der Bundesregierung noch vor der Bundestagswahl 2009 vereinbart sehen möchte.
Sellering betonte, die heutigen Arbeitnehmer in Ostdeutschland, die im Regelfall für weniger Lohn die gleiche Arbeit machten, dürften nicht auch noch später im Ruhestand dafür bestraft werden. Für die künftigen Rentner in Ostdeutschland sei «die Lage ohnehin schon schwerer». Die Erwerbsbiografien seien durch Zeiten erzwungener Erwerbslosigkeit oft durchbrochen. Ein Jahr als Arbeitslosengeld-II-Empfänger erhöhe später die Monatsrente um 2,19 Euro. «Das ist jämmerlich, das geht so nicht», erklärt er. Zeiten unverschuldeter Arbeitslosigkeit müssten bei der Rente mehr zählen als bisher. Ansonsten befürchtet Sellering «in fünf bis zehn Jahren bei den Neurentnern im Osten eine regelrechte Welle der Altersarmut».
Schon jetzt seien ostdeutsche Rentner fast ausschließlich auf die gesetzliche Rente angewiesen, während bei vielen West-Ruheständlern Einnahmen aus betrieblicher Altersversorgung oder Eigentum hinzukämen, sagte Sellering. Wenn man diesen Aspekt in den Rentenvergleich einrechne, hätten ostdeutsche Rentner-Haushalte erst knapp 80 Prozent des West-Einkommens erreicht.
ddp/chd/mwa
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