(ddp-Interview - Wiederholung vom Samstag) Gesundheitsstaatssekretär gegen «dramatisierende» Aids-Prävention
Erfurt (ddp-lth) Obwohl Thüringen die bundesweit geringste Zahl von HIV-Infektionen aufweist, sieht Gesundheitsstaatssekretär Falk Oesterheld (CDU) keinen Grund zur Entwarnung.
Erfurt (ddp-lth). Obwohl Thüringen die bundesweit geringste Zahl von HIV-Infektionen aufweist, sieht Gesundheitsstaatssekretär Falk Oesterheld (CDU) keinen Grund zur Entwarnung. Eine «aufklärende, aber nicht dramatisierende Aids-Prävention» sei weiterhin wichtig, sagte er der Nachrichtenagentur ddp in Erfurt. Oesterheld wies darauf hin, dass in Thüringen wie in allen anderen Bundesländern die Zahl der HIV-Infizierten langsam ansteige.
Im Freistaat wurden einer Statistik des Robert-Koch-Instituts zufolge seit Beginn der Epidemie im Jahr 1985 insgesamt 148 HIV-Infizierte und damit so wenig wie in keinem anderen Bundesland registriert. Davon seien mittlerweile 25 an Aids erkrankt und 13 an der noch immer unheilbaren Immunschwächekrankheit gestorben.
Obwohl das Thema Aids «nichts an Wichtigkeit verloren» habe, sei ein «gewisser Gewöhnungseffekt» eingetreten, sagte Oesterheld. Er hob zugleich die Aktivitäten der Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Thüringen hervor. Ihre Vertreter gingen zu Aufklärungsaktionen unter anderem an Schulen oder in den Strafvollzug, um vor den Gefahren der Krankheit zu warnen.
Oesterheld wird am Montag in Weimar an einer Gedenkveranstaltung zum Welt-Aids-Tag und an einem Symposium der Aids-Hilfe Weimar und Ostthüringen teilnehmen, um mit den Anwesenden über aktuelle Aspekte der Krankheit zu diskutieren.
ddp/shu/pon
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