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Putzige Nager fressen sich durch -

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17. Mai 2008 | 14:04 Uhr
Putzige Nager fressen sich durch - Wachsende Nutria-Populationen werden immer häufiger zum Problem --Von ddp-Korrespondent Lars Hartfelder--

Ein Mädchen bricht ein Stückchen von ihrer Banane ab, beugt sich zu Boden und hält es in der offenen Hand. Blitzschnell bekommt sie Besuch von putzigen Nagern. Drei Nutrias sind herbeigeeilt. Mit ihren kleinen braunen Augen haben sie die Beute im Blick. Ein Tier ist mutig, schnappt sich den Leckerbissen und verschwindet im Unterholz. Nicht nur im Branitzer Park in Cottbus sind die aus Südamerika stammenden Tiere längst heimisch geworden. In ganz Brandenburg gibt es mittlerweile Populationen, die sich in den vergangenen Jahren erheblich vergrößert haben und häufig Schäden anrichten.

Aktuelle Nachrichten - Berlin (ddp-lbg). Ein Mädchen bricht ein Stückchen von ihrer Banane ab, beugt sich zu Boden und hält es in der offenen Hand. Blitzschnell bekommt sie Besuch von putzigen Nagern.



Drei Nutrias sind herbeigeeilt. Mit ihren kleinen braunen Augen haben sie die Beute im Blick. Ein Tier ist mutig, schnappt sich den Leckerbissen und verschwindet im Unterholz. Nicht nur im Branitzer Park in Cottbus sind die aus Südamerika stammenden Tiere längst heimisch geworden. In ganz Brandenburg gibt es mittlerweile Populationen, die sich in den vergangenen Jahren erheblich vergrößert haben und häufig Schäden anrichten.

Landschaftspflegerin Monika Greul sieht die Entwicklung im Branitzer Park mit Sorge. «Die Inseln werden von den Nutrias unterhöhlt, auch die Uferbereiche sind stark beschädigt.» Eine Figur drohe sogar ins Wasser zu fallen. Im vergangenen Jahr wurde ein Großteil der Population umgesiedelt, um einem unkontrollierbaren Wachstum entgegenzuwirken. Doch mittlerweile leben wieder etwa genauso viele Nutrias im Park. «Aufgrund des milden Winters haben alle Tiere überlebt», vermutet Greul. Hinzu komme, dass sich die Nager an den Menschen gewöhnt haben und viele Besucher das Wachstum der Population durch Füttern weiter fördern. In diesem Sommer müssen einige Inseln bereits saniert werden, weitere Umsiedlungen sind ebenfalls geplant.

Nutrias wurden in der DDR in Pelzfarmen gehalten. Da die Zucht nach der Wende nicht mehr subventioniert wurde, entließen viele Farmbesitzer ihre Tiere in die freie Wildbahn. «Allein in Sachsenhausen waren es etwa 400 Nutrias», erinnert sich Dietrich Dolch vom Landesfachausschuss Säugetiere des Naturschutzbundes (NABU). Die Bestände seien in Brandenburg mittlerweile stabil. Neben den wärmeren Wintern trage der Mensch dafür eine Mitverantwortung. «Die Tiere legen keine Wintervorräte an, doch durch Fütterungen überleben sie die nahrungsarme Zeit», erklärt der Biologe.

«In Brandenburg gibt es inzwischen großflächige Vorkommen, die aber in der Regel noch keine geschlossene Verbreitung aufweisen,» beschreibt Jana Teubner vom Landesumweltamt die Situation. Infolge der zunehmenden Anpassung haben sich die Nutrias mehr und mehr zu dämmerungs- und nachtaktiven Tieren mit höherer Fluchtdistanz entwickelt, weshalb sie zahlenmäßig nur schwer zu erfassen seien. Schäden verursachen die Tiere vor allen an Deichanlagen und Uferböschungen.

Im Biosphärenreservat Spreewald hat sich die von freigelassenen Farmtieren abstammende Nutria-Population in den vergangenen Jahren ebenfalls erheblich vergrößert. Nach Angaben von Mitarbeiter Günter Stache seien die verhältnismäßig milden Winter eine Ursache dafür. «Bei länger anhaltenden Minustemperaturen würden die meisten Tiere erfrieren.» Ein weiterer Grund für die immer größer werdenden Populationen liege in der Fortpflanzungsfreudigkeit der Tiere, die jährlich zweimal bis zu zwölf Nachkommen zeugen. Zudem biete das Gewässersystem mit seinen zahlreichen Fließen den Tieren sehr gute Lebensbedingungen.

Negative Auswirkungen auf die heimische Flora und Fauna zieht Stache aber nicht. «Es gibt keinen Beleg dafür, dass Nutrias beispielsweise Otter oder Bisam verdrängen», sagt der Biologe. Zwar richten die Tiere gelegentlich Schäden an den Uferböschungen an, doch Halten sich die Beeinträchtigungen in Grenzen.

Weitere Siedlungen sind nach Angaben des Landesumweltamtes insbesondere in und um Oranienburg, übergreifend bis nach Berlin und in den Havelseen nördlich von Potsdam bekannt.

ddp/lah/muc

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