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19.07.2008 | 13:26 Uhr

Herheim entdeckt «magische Zauberkraft» in Wagners «Parsifal»





Bayreuth (ddp). Der norwegische Regisseur Stefan Herheim sieht bei seinem Bayreuth-Debüt dem glamourösen Drumherum der Festspiele mit gemischten Gefühlen entgegen. «Für mich ist der solide und fruchtbare Kern von Bayreuth die künstlerische Arbeit auf dem Hügel mit den Besten ihrer Fächer auf allen Ebenen», sagte Herheim der Nachrichtenagentur ddp in Bayreuth. Ob ihm «das Fruchtfleisch drumherum wirklich süß oder doch etwas faulig schmecken wird», bleibe abzuwarten, betonte er.

Nach der viel diskutierten Inszenierung der Oper «Parsifal» von Regisseur Christoph Schlingensief in den vergangenen Jahren steht in diesem Jahr eine Interpretation des Spätwerks von Richard Wagner durch den 1970 in Oslo geborenen Herheim bevor. Premiere ist am Freitag (25. Juli). Seine Opern-Interpretationen in Deutschland und Österreich wurden in den vergangenen Jahren aber ebenso kontrovers diskutiert. 2007 wurde er für seine Arbeit von der Fachzeitschrift «Opernwelt» zum «Regisseur des Jahres» gekürt.

«Meine Arbeit und mein Theaterverständnis unterscheiden sich grundsätzlich von dem Schlingensiefs», sagte Herheim. Während der dem nüchternen Dirigat von Pierre Boulez einen «geballt eigenen Kosmos entgegensetzt», sei ihm und seinem Team an der Entfaltung und Gestaltung der Partitur gelegen. «Mir ist niemals an Provokation als Effekt gelegen - auf dem Grünen Hügel nähern wir uns Wagners Werk, seiner Zeit und dem Umgang mit beidem in größter Ernsthaftigkeit und entdecken darin eine magische Zauberkraft», sagte Herheim.

Eine szenische Auseinandersetzung mit dem Islam, wie spekuliert wurde, wird es in Herheims «Parsifal» nicht geben: «Wir haben im allerersten, schon lange verworfenen Konzeptentwurf einmal den Aspekt der aus Arabien hergereisten Kundry besonders bespielt, was wohl zu den Spekulationen führte», sagte der Regisseur. Aber es finde keine Auseinandersetzung mit dem Islam statt, sondern vielmehr «mit dem Werk Wagners und seiner Verknüpfung mit der deutschen Geschichte».

(ddp)

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Eine szenische Auseinandersetzung mit dem Islam wird es nicht geben

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