(ddp-Hintergrund - zum 25. August) Leichte Millionenbeute - Mitarbeiter von Sicherheitsfirmen stahlen in Bayern binnen zwei Jahren mehr als 14 Millionen Euro --Von ddp-Korrespondent Petr Jerabek--
München (ddp-bay) Vier spektakuläre Diebstähle allein in Bayern innerhalb von gerade einmal 15 Monaten: Für Sicherheitsfirmen war der Zeitraum zwischen Oktober 2005 und Januar 2007 verlustreich.
FÜRSTENFELDBRUCK, OKTOBER 2005: Der Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma stiehlt in Fürstenfeldbruck 7,2 Millionen Euro aus dem Tresor seines Arbeitgebers. Er flüchtet mit der Beute über Österreich und Slowenien nach Kroatien, wo er etwa zwei Wochen nach der Tat festgenommen wird. Die Beute wird fast vollständig sichergestellt. Der Dieb hat das Geld in seinem Fluchtauto versteckt. Es fehlen lediglich etwas mehr als 8000 Euro. Im Mai 2006 wird der 40-Jährige zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Die Tat begründet er damit, dass er wegen seiner finanziellen Situation «frustriert» gewesen sei.
KARLSFELD, DEZEMBER 2005: Aus dem Tresor einer Sicherheitsfirma im oberbayerischen Karlsfeld werden mehr als zwei Millionen Euro gestohlen. Der Verdacht fällt auf den Betriebsleiter der Hauptstelle des Unternehmens in Bayreuth. Zunächst wird im Januar sein Komplize gefasst. In dessen Wohnung im oberfränkischen Münchberg finden Ermittler 300 000 Euro. Der Haupttäter wird wenige Tage später in Bukarest festgenommen. Von der Beute fehlen mehr als 460 000 Euro. Der Täter gibt an, das Geld sei ihm auf einem Rastplatz in Ungarn gestohlen worden. Der 42-Jährige wird zu einer Gefängnisstrafe von vier Jahren und neun Monaten verurteilt, sein Komplize zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten.
SCHWAIG, MÄRZ 2006: Der Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma setzt sich mit 785 000 Euro ab, die er zu einer Sparkassen-Filiale im mittelfränkischen Schwaig bringen sollte. Im April wird er in der Nähe von Deggendorf festgenommen. Von dem entwendeten Geld wird nur ein Teil gefunden. Der Täter, der sich selbst als Alkoholiker bezeichnet, gibt an, es sei ihm abhanden gekommen. Das Landgericht Nürnberg-Fürth verurteilt ihn zu sechs Jahren Haft.
SULZEMOOS, JANUAR 2007: Der Fahrer eines Geldtransporters flieht mit knapp 4,2 Millionen Euro. Auf einem Parkplatz an der A 8 Augsburg-München hatte er seinen Beifahrer unter einem Vorwand aussteigen lassen und raste davon. Seine Flucht führt den Mann nach Frankreich, Spanien, die Dominikanische Republik und schließlich nach Tschechien. Bei einem Abstecher nach Deutschland wegen eines Arztbesuchs wird er bei einer Routinekontrolle im Zug gefasst. Am Montag muss er sich vor dem Münchner Landgericht verantworten. Wegen Diebstahls mit Waffen drohen ihm bis zu zehn Jahren Haft.
ddp/pje/kos
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