«Elvis Presley in Germany»
Ausstellung in Bremerhaven dokumentiert Zeit des King of Rock´n´Roll als GI
Vor genau 50 Jahren - am 1. Oktober 1958 - kam Elvis nach Deutschland. Seinen Weg von der Gangway hinunter zur Columbuskaje in Bremerhaven können die Besucher in der Ausstellung bis zum 15. November selbst nachempfinden. Sie gehen über eine Rampe und kommen direkt auf ein Eisenbahnabteil zu - genau wie Elvis. Er und die übrigen 1300 Soldaten, die an Bord des Truppentransporters «USS General Randall» waren, wurden direkt nach ihrer Ankunft mit dem Zug zur US-Garnison im hessischen Friedberg gebracht. Dort blieb Elvis bis zum 2. März 1960, weit weg von Glamour und Luxus.
«Wir wollten die andere, unbekanntere Seite von Elvis dokumentieren,» sagt Ausstellungsmacher Provan. In den USA wurde Elvis Presley dafür gefeiert, dass er als berühmter Künstler seiner Wehrpflicht nachkam. Hier verhielt er sich wie die anderen Soldaten. Er symbolisierte das Leben aller GIs, die in Deutschland gedient haben. «Wie so viele hat er sich auch einen VW-Käfer gekauft», sagt Provan. Der ist zwar nicht im Original in der Schau zu sehen, dafür aber Elvis´ Arbeitsuniform und ein Friseurstuhl, auf dem er sich alle 14 Tage die Haare schneiden ließ.
Ausgestellt ist auch die Uniform eines Postbeamten, der jeden Tag Berge an Fanpost an den berühmten Soldaten übergab. «Elvis musste jeden Tag bis zu 300 Mark Nachporto für seine deutschen Fans bezahlen», sagt Provan. Die Briefe waren nur für den Weg innerhalb Deutschlands frankiert, mussten aber den Umweg über die USA nehmen. «Das Geld hat er immer bezahlt, das war ihm wichtig», betont Provan. Dokumentiert ist auch, dass er einem jungen, deutschen Fan aus ärmlichen Verhältnissen kurz vor seiner Abreise in die USA sein Tonbandgerät und seinen Schallplattenspieler schenkte. «Er hat sich oft wohltätig gezeigt», sagt Provan. Anders als heutige Superstars wie Madonna sei er sehr zugänglich gewesen. Er habe zwar stets zwei Leibwächter gehabt, die seien aber kaum aufgefallen.
Der tiefe Einblick in Elvis´ Leben in der Kaserne sei für viele deutsche Fans neu, betont Provan. «Wir haben uns Mühe gegeben, ungewöhnliches Material für die Ausstellung zu finden.»
(ddp)
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