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13.11.2008

EZB: Aussichten für Preisstabilität haben sich verbessert



DJ EZB: Aussichten für Preisstabilität haben sich verbessert

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Aussichten für die Preisstabilität im Euroraum haben sich laut Europäischer Zentralbank (EZB) verbessert. "Die Inflation dürfte in den kommenden Monaten weiter zurückgehen und im Verlauf des Jahres 2009 ein Niveau erreichen, das mit Preisstabilität im Einklang steht", heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Monatsbericht Oktober. Der EZB-Rat hatte seinen Leitzins bei der Sitzung am 6. November um 50 Basispunkte gesenkt, nachdem bereits zuvor am 8. Oktober im Rahmen einer international konzertierten Aktion eine Zinssenkung um den gleichen Betrag erfolgt war.

Die EZB begründet ihre relativ entspannte Sicht der Inflationsrisiken damit, dass die Verschärfung und Ausweitung der Finanzmarktturbulenzen die Nachfrage weltweit und im Euroraum für einen recht langen Zeitraum dämpfen dürften. "In diesem Umfeld sollten sich Preis-, Kosten- und Lohndruck im Eurogebiet angesichts des in den vergangenen Monaten beobachteten starken Rückgangs der Rohstoffpreise ebenfalls verringern", heißt es.

Indessen sei die Grunddynamik des Geldmengenwachstums kräftig geblieben, während sie unverändert weitere Anzeichen einer Mäßigung aufweist. Insgesamt ließen die verfügbaren Daten und die aktuelle Analyse darauf schließen, dass sich die Aufwärtsrisiken für die Preisstabilität auf die für die Geldpolitik relevante mittlere Frist weiter abgeschwächt hätten, erklärt die EZB.

Die Unsicherheit infolge der Finanzmarktentwicklung bleibt laut EZB äußerst hoch, und in Zukunft seien außergewöhnliche Herausforderungen zu bewältigen. "Wir erwarten vom Bankensektor, dass er seinen Beitrag zur Wiederherstellung des Vertrauens leistet", betont die Notenbank. Der EZB-Rat werde in nächster Zeit alle Entwicklungen sehr genau verfolgen. Hinsichtlich der Konjunkturaussichten spricht die EZB von einem außergewöhnlich hohen Maß an Unsicherheit, die zum großen Teil von der Verschärfung und Ausweitung der Finanzmarktunruhen herrühre. Die negativen Auswirkungen machten sich in der gesamten Weltwirtschaft bemerkbar; die Spannungen griffen zunehmend vom Finanzsektor auf die Realwirtschaft und von den fortgeschrittenen Volkswirtschaften auf die Schwellenländer über.

Im Hinblick auf den Euroraum, dessen Konjunktur sich wegen einer gedämpften Inlands- und Auslandsnachfrage erheblich abgeschwächt habe, werde es darauf ankommen, solide Grundlagen für eine Erholung zu schaffen. "Damit dies schnellstmöglich geschehen kann, ist es von größter Bedeutung, Disziplin zu wahren, eine mittelfristige Ausrichtung der gesamtwirtschaftlichen Politiken beizubehalten und Zweitrundeneffekte zu vermeiden", erklärt die EZB.

Ebenso wichtig sei, dass der Bankensektor in vollem Umfang die bedeutenden Unterstützungsmaßnahmen berücksichtige, die die Regierungen zur Bewältigung der Finanzmarktunruhen ergriffen haben. Diese Maßnahmen dürften das Vertrauen in das Finanzsystem stärken und unangemessenen Beschränkungen des Kreditangebots an Unternehmen und private Haushalte entgegenwirken.

Nach Auffassung des EZB-Rats sind eine Reihe der zuvor identifizierten Abwärtsrisiken für das Wirtschaftswachstum zum Tragen gekommen, vor allem jene, die von den Finanzmarktspannungen herrühren. Andere Abwärtsrisiken bestünden etwa im Zusammenhang mit unkontrollierten Entwicklungen aufgrund der immer noch herrschenden globalen Ungleichgewichte.

Hinsichtlich der Preisentwicklung schreibt die EZB, dass die Jahresrate des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) seit Juli kontinuierlich gesunken sei. Die mit 3,2% nach wie vor hohe Inflation sei großteils noch auf die direkten und indirekten Auswirkungen der drastisch gestiegenen Energie- und Nahrungsmittelpreise zurückzuführen.

Ferner konstatiert die Notenbank, dass die Jahreswachstumsraten der weit gefassten Geldmenge und der Kreditaggregate im September nach wie vor hoch, aber weiter rückläufig gewesen seien. Mittelfristig betrachtet bestätigten die monetären Daten bis September, dass sich die Aufwärtsrisiken für die Preisstabilität verringern hätten, aber nicht völlig weggefallen seien.

Webseite: http://www.ecb.int

DJG/hab/ptt

(END) Dow Jones Newswires

November 13, 2008 04:13 ET (09:13 GMT)

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