DJ UPDATE: Gonzalez Paramo sieht Spielraum für
EZB-Zinssenkungen
(NEU: Weitere Aussagen von Gonzalez Paramo, Nowotny, Weber)
MADRID (
Dow Jones)--EZB-Direktoriumsmitglied Jose Manuel Gonzalez Paramo hält angesichts der Konjunkturschwäche und des nachlassenden Preisdrucks im Euroraum weitere Zinssenkungen für möglich. "Diese wirtschaftlichen Aussichten haben die mittelfristigen Inflationsrisiken reduziert und geben Spielraum für Zinssenkungen", sagte Gonzalez Paramo am Freitag bei einer Rede in Madrid.
Zuvor hatten die Ratsmitglieder der Europäischen Zentralbank (EZB) Axel Weber und Ewald Nowotny gleichfalls von Spielraum für mögliche weitere Zinssenkungen gesprochen. "Angesichts des markant verringerten mittelfristigen Inflationsdrucks und der sich schnell eintrübenden Konjunkturaussichten hat die Geldpolitik des Euroraums meiner Ansicht nach ausreichend Spielraum für eine weitere Lockerung, sollte diese erforderlich werden", hatte Bundesbankpräsident Weber am Freitag in Frankfurt gesagt.
Nowotny, Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank, hatte ebenfalls auf den Rückgang der
Inflation in der Eurozone hingewiesen. "Aufgrund des signifikant niedrigeren Inflationsdrucks gibt es sicherlich Möglichkeiten für die Zinspolitik", sagte Nowotny am Freitag. Wie groß die Möglichkeiten seien, werde Gegenstand der kommenden EZB-Ratssitzung am 4. Dezember sein, fügte Nowotny hinzu.
Die EZB hat ihren
Leitzins seit Oktober in zwei Schritten von je 50 Basispunkten von 4,25% auf derzeit 3,25% reduziert. Beobachter rechnen für die EZB-Ratssitzung im Dezember mit einer weiteren Senkung um 50 Basispunkte. Gonzalez Paramo gestand ein, dass die EZB zwar eine Zinssenkung angedeutet habe, nicht allerdings deren Höhe.
In seiner Rede verteidigte Gonzalez Paramo das Tempo der jüngsten Zinssenkungen der EZB. Die EZB gehe im Vergleich zu anderen Zentralbanken schrittweise vor, sagte das Direktoriumsmitglied. Diese Vorgehensweise habe mit den Lohn- und Preismechanismen und der Struktur der europäischen
Wirtschaft zu tun, erklärte Gonzalez Paramo.
Die von den Staaten im Zuge der
Finanzkrise ergriffenen Maßnahmen haben nach Einschätzung Gonzalez Paramos die Turbulenzen an den Märkten verringert. "Die Aufschläge bei den Credit Default Swaps der
Banken sind scharf gefallen und die Geldmarktsätze haben sich deutlich verringert", sagte er. Dennoch sei die Lage an den Finanzmärkten noch weit von der Normalität entfernt.
Die von den Staaten eingeleiteten Schritte zielten in erster Linie darauf ab, das Vertrauen der Finanzmarktteilnehmer zu stützen. Der Ursprung der Krise liege jedoch in dem mangelnden Vertrauen in die Bewertungsverfahren und Offenlegungsstandards. "Systemische Unsicherheit könnte möglicherweise die Fundamente unseres Finanzsystems untergraben", warnte das EZB-Direktoriumsmitglied.
Webseite: http://www.ecb.int
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Dow Jones Newswires
November 21, 2008 10:12 ET (15:12 GMT)
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