Die Deutschen müssen sich nach Einschätzung von Deutschlands Finanzminister Peer Steinbrück auf wirtschaftlich harte Zeiten gefasst machen. "Wir sind in einer
Rezession, und es liegt ein schweres Jahr 2009 vor uns", sagte der SPD-Politiker dem "Tagesspiegel am Sonntag". Niemand könne sagen, wann die schlimmsten Auswirkungen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise überstanden seien. Ähnlich pessimistisch hatte sich auch Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel in der "Welt am Sonntag" über die Konjunkturaussichten geäußert. Das kommende Jahr werde anfangs "ein Jahr schlechter Nachrichten", sagte sie.
Forderungen nach mehr staatlichen Hilfen und Steuersenkungen lehnt Steinbrück ab. Er sei es leid "wie in einem Rattenrennen" ständig neue Forderungen entgegen nehmen und sich dafür rechtfertigen zu müssen, dass er nicht jede Milliarden-Zeche bereitwillig zahle. "Mit Konjunkturprogrammen ohne Maß verbrennt man nur Geld." Wer Steuersenkungen fordere, dem sage er: "Die Richtung ist falsch."
Ausdrücklich wies der Finanzminister auch ein stärkeres Engagement Deutschlands bei europäischen Programmen zurück. Wenn die
EU-Kommission diese Woche ein europäisches Paket schnüren wolle, "dann wird unser Anteil darauf anzurechnen sein". Dies gelte auch für Pläne insbesondere der französischen Regierung, einen Staatsfonds zu schaffen, mit dem notleidende
Unternehmen gestützt werden sollen.
Steinbrück räumte ein, dass es trotz des Rettungsschirmes für die
Banken im Volumen von 500 Milliarden
Euro noch immer eine tiefe Vertrauenskrise an den Finanzmärkten gibt. "Der Interbanken-Verkehr ist immer noch nicht ans Laufen gekommen."