DJ UPDATE:
Inflation in Deutschland fällt auf Zweijahrestief
(NEU: Kommentare von Bankvolkswirten)
FRANKFURT (
Dow Jones)--Der Verbraucherpreisauftrieb in Deutschland hat im November angesichts der weiter gesunkenen Energiepreise noch etwas stärker als erwartet nachgelassen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Mittwoch mitteilte, sank der
Preisindex auf
Basis von Daten aus sechs Bundesländern um 0,5% gegenüber Oktober. Die Jahresteuerung fiel dadurch auf 1,4% und erreichte das niedrigste Niveau seit Dezember 2006. Bankvolkswirte hatten für November mit einem Rückgang der Verbraucherpreise um 0,3% auf Monatssicht gerechnet; für die Jahresteuerung war ein Wert von 1,5% erwartet worden.
Im Oktober waren die Lebenshaltungskosten auf Monatssicht um 0,2% gesunken, die Jahresteuerung hatte sich auf 2,4% belaufen. Auch in den beiden Monaten davor waren die Verbraucherpreise gegenüber dem jeweiligen Vormonat gefallen. Noch im Juni und Juli hatte die jährliche Inflationsrate mit 3,3% ein zyklisches Hoch aufgewiesen.
Wie Destatis weiter mitteilte, ist die stark rückläufige Inflationsrate vor allem auf den Preisrückgang bei Mineralölprodukten zurückzuführen. In den sechs Ländern waren demnach Kraftstoffe zwischen 8,1% und 10,0% billiger als im Oktober. Gegenüber dem Vorjahr fielen die Kraftstoffpreise sogar um 11,8% bis 14,5%. Die Preise für Heizöl gingen im Vormonatsvergleich um 5,1% bis 13,0% zurück und lagen meist unter dem Stand von November 2007 (minus 6,1% bis plus 0,9%).
Zur Beurteilung der relativ niedrigen Jahresteuerungsrate verwiesen die Statistiker darauf, dass für den November des Vorjahres außergewöhnlich hohe Preisanstiege ermittelt worden seien. Insofern habe jetzt zusätzlich ein Basiseffekt dämpfend auf die Teuerungsrate gewirkt.
Der für europäische Vergleichszwecke berechnete Harmonisierte
Verbraucherpreisindex (
HVPI) fiel im November auf Monatssicht um ebenfalls um 0,5%, im Jahresvergleich lag der
Index nur noch um 1,5% (Oktober: 2,5%) höher. Die endgültigen Daten sowie weitere Einzelheiten zur deutschen Preisentwicklung im November wird Destatis am 17. Dezember vorlegen.
Volkswirte sagten nach der Veröffentlichung der Daten, dass die Inflation in Deutschland weiter fallen werde. Sogar Werte von deutlich unter 1% seien im kommenden Jahr zu erwarten, hieß es, einige Experten rechnen sogar für den einen oder anderen Monat mit leicht negativen Jahresraten. Commerzbank-Ökonom Simon Juncker verwies allerdings darauf, dass damit keine Anzeichen für Deflation verbunden sein würden: "Alle übrigen Preise werden moderat steigen", sagte er. Für 2009 rechnet er mit einer durchschnittlichen Teuerung von 1%, für dieses Jahr noch mit einer mittleren Inflation von 2,6%.
Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus meinte, nunmehr lösten sich die Inflationsprobleme in Luft auf. Dabei sei die "magische" 2%-Marke bei der Teuerung in Deutschland wesentlich schneller unterschritten als noch vor einigen Monaten gedacht. Sartoris erwartet, dass Inflation 2009 im Jahresmittel knapp unter 1,5% liegen wird.
-Von Peter Trautmann,
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November 26, 2008 11:09 ET (16:09 GMT)
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