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EZB/Weber: Erwarte im Schnitt 2009 negatives deutsches Wachstum
BERLIN (
Dow Jones)--Der Präsident der Deutschen Bundesbank, Axel Weber, geht für das kommende Jahr von einer Schrumpfung der deutschen Wirtschaftsleistung aus. "Die Bundesbank wird ihre neue Deutschland-Prognose am Freitag in einer Woche bekanntgeben", betonte Weber, der Mitglied im Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) ist, am Mittwoch beim Herbstempfang der Hauptverwaltung Berlin der Bundesbank. "Im Jahresdurchschnitt 2009 gehe ich mittlerweile von einem negativen Wachstum aus", erklärte er laut seinem Redetext.
Vor dem Hintergrund der sich verschärfenden Auswirkungen der
Finanzkrise deutete der Bundesbankpräsident zugleich die Bereitschaft der EZB an, die Leitzinsen notfalls weiter zu senken. "Der nachlassende Inflationsdruck hat der europäischen Geldpolitik einen ausreichenden Spielraum verschafft, den sie angesichts der rapide verschlechterten Wirtschaftsaussichten auch nutzen wird", hob Weber hervor.
Diese kurzfristige Reaktion beinhalte jedoch auch "die Verpflichtung, dass die Geldpolitik in Zukunft symmetrischer agieren muss", also nicht nur rasch die
Zinsen senken, wenn eine Finanzmarktblase geplatzt sei, sondern sie auch schneller als in der Vergangenheit wieder anheben müsse, um neuen Übertreibungen den Nährboden zu entziehen.
Zwar habe die Inflationsrate nach dem
HVPI im Oktober mit 3,2% immer noch deutlich über dem Stabilitätsziel des EZB-Rates gelegen. "Die stark gefallenen Energiepreise lassen für die kommenden Monate jedoch weitere deutliche Rückgänge erwarten", erklärte Weber. In Folge von Basiseffekten dürfte die HVPI-Rate im Laufe des kommenden Jahres sogar "deutlich unter die 2%-Schwelle" sinken.
Mit Blick auf die Wirtschaftslage in Deutschland erklärte er zudem, nachdem das erste Halbjahr 2008 noch annähernd dem Potenzialtrend gefolgt sei, sei für das zweite Halbjahr mit einem Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität zu rechnen. Im dritten Quartal sei das
Bruttoinlandsprodukt (
BIP) um 0,5% gesunken, und auch für das vierte Quartal deuteten laufende Indikatoren auf eine weitere Schrumpfung hin. Weber erwartete, "dass im Laufe des kommenden Jahres die Auftriebskräfte allmählich wieder an Kraft gewinnen".
"Immerhin sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine direkten Auswirkungen der Finanzkrise in Gestalt einer restriktiven Kreditvergabe zu verzeichnen", betonte er. Zwar zeigten die Untersuchungen der Bundesbank Verschärfungen bei den Konditionen. "Eine Kreditklemme sehen wir aber derzeit nicht", betonte Weber. Vom privaten Verbrauch kämen bislang wenig Impulse. Jedoch lasse der Anstieg der Realeinkommen, der mit der verbesserten Beschäftigungssituation, teils kräftigen Tariflohnsteigerungen und nun auch nachlassendem Teuerungsdruck zusammenhänge, "eine moderat positive Entwicklung beim Konsum erwarten".
Weber sprach sich zudem gegen Veränderungen an der jetzigen Aufteilung der Aufsicht zwischen Bundesbank und Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht aus. "Auf nationaler Ebene hat sich unser System der Allfinanzaufsicht mit maßgeblicher Beteiligung der Bundesbank bewährt", erklärte er. "Mit einem anderen institutionellen Arrangement in der Finanzaufsicht wären wir der Krise auch nicht entkommen." Die Einbindung der Notenbank in die Bankenaufsicht dürfte nach den Erfahrungen der jüngsten Zeit mehr Zustimmung finden denn je, erwartete Weber.
-Von Andreas Kißler,
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November 26, 2008 11:19 ET (16:19 GMT)
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