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26.11.2008

UPDATE: Daimlers Verkauf von Chrysler-Anteil auf der Kippe



DJ UPDATE: Daimlers Verkauf von Chrysler-Anteil auf der Kippe

(NEU: Mit mehr Details)

Von Katharina Becker
DOW JONES NEWSWIRES

STUTTGART (Dow Jones)--Die Verhandlungen der Daimler AG über den Verkauf der verbliebenen Anteile am US-Autohersteller Chrysler an den Finanzinvestor Cerberus stehen auf der Kippe. Während sich der Stuttgarter Automobilhersteller einen hohen Verkaufserlös für den restlichen Chrysler-Anteil von 19,9% versprochen hatte, habe Cerberus Capital Management LLC mehr als 7,2 Mrd USD von Daimler gefordert, wie der DAX-Konzern am Mittwoch mitteilte.

Die Forderungen von Cerberus überstiegen den Wert der Investitionen des Investors in Chrysler und seien "überzogen", erklärte Daimler. Für die Übernahme der 80,1% an Chrysler hatte Cerberus Mitte vergangenen Jahres 7,2 Mrd USD gezahlt. Die jetzt gestellten Ansprüche würden über den Rahmen der vertraglich festgelegten, möglichen Garantie- und Gewährleistungsverpflichtungen hinausgehen, monierte Daimler.

Cerberus habe Daimler zudem Missmanagement bei der ehemaligen US-Tochter in der Zeit zwischen der Vertragsunterzeichnung und dem Abschluss des Chrysler-Verkaufs vorgeworfen. Zudem sollen die Stuttgarter nicht ausreichend über die Lage bei dem US-Autobauer informiert haben. Daimler habe Cerberus vor Mai 2007 ausführlich in die Bücher sehen lassen, versicherte dagegen ein Sprecher in Stuttgart. "Wir haben alle Informationen zugänglich gemacht."

Ungeachtet des Streits zeigte sich Daimler weiter zuversichtlich über den Verkauf: Die Gespräche mit Cerberus seien weder beendet noch gescheitert, sagte eine Konzernsprecherin. Die Verhandlungen seien in den vergangenen Wochen lediglich schwieriger geworden. Cerberus wollte die Informationen nicht kommentieren.

Eines der Probleme sei Cerberus' Vereinbarung über Chryslers internationale Vertriebszentren, die auch für Länder wie Deutschland oder Polen zuständig seien, sagte Daimler-Sprecher Han Tjan in den USA. Gemäß der Vereinbarung sollte Daimler die Zentren nur für etwa ein Jahr nach dem Chrysler-Verkauf weiter betreiben, sagte er. Cerberus habe Daimler gebeten, die Zentren auch über diesen Zeitraum hinaus zu unterstützen. Die Stuttgarter hätten dies jedoch abgelehnt, sagte er.

Ursprünglich war Cerberus mit der Bitte an Daimler herangetreten, der Beteiligungsgesellschaft den verbleibenden Anteil an Chrysler ebenfalls zu verkaufen. Hintergrund war, dass Chrysler im Herbst diesen Jahres mit Wettbewerber General Motors Corp über ein Zusammengehen verhandelt hatte. Eine Beteiligung von Daimler an Chrysler wäre dabei nur hinderlich gewesen.

Diese Pläne wurden inzwischen jedoch auf Eis gelegt, nachdem die drei großen US-Autokonzerne GM, Ford Motor Co und Chrysler infolge der Finanzkrise und dem lange verschlafenen Trend zu spritsparenden Modellen in einen heftigen Abwärtsstrudel geraten sind und inzwischen bei der Regierung in Washington um Milliardenhilfen gebeten haben, um zu überleben. Daimler musste den Wert seine knapp 20%-Beteiligung an dem drittgrößten US-Autokonzern im dritten Quartal auf Null abschreiben.

Webseite: http://www.daimler.com

-Von Katharina Becker, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 112,
katharina.becker@dowjones.com
(Jan Hromadko und Jeff Bennett haben zu diesem Artikel beigetragen)

DJG/kat/jhe

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November 26, 2008 11:43 ET (16:43 GMT)

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