logo No.1 Börse
User online: 675
pxp
27.11.2008

UPDATE: Deutscher Arbeitsmarkt als letzter Fels in der Brandung



DJ UPDATE: Deutscher Arbeitsmarkt als letzter Fels in der Brandung

(NEU: Kommentare von Bankvolkswirten)

FRANKFURT (Dow Jones)--Der positive Trend am deutschen Arbeitsmarkt hat sich im November überraschend robust fortgesetzt, wenngleich weniger dynamisch als in den Vormonaten. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag mitteilte, sank die Arbeitslosenzahl bereinigt um jahreszeitliche Einflüsse um 10.000 gegenüber Oktober. Die Entwicklung war damit etwas besser als erwartet. Die Arbeitslosenquote wurde im November wie bereits im Vormonat auf saisonbereinigt 7,5% beziffert.

Trotz der immer noch robusten Entwicklung scheint der Aufschwung am deutschen Arbeitsmarkt auszulaufen. Im Oktober war die Zahl der Arbeitslosen nach revidierten Angaben um 23.000 (vorläufig: minus 26.000) gesunken, im September und August hatten sich die Rückgänge noch auf revidiert 25.000 (minus 28.000) bzw. 38.000 (minus 40.000) belaufen. Im Westen Deutschlands wurden im November bereinigt 4.000 weniger Arbeitslose registriert als im Vormonat, im Osten wurde ein Minus von 6.000 verzeichnet.

Insgesamt waren im November auf Basis nicht-saisonbereinigter Zahlen 2,988 Millionen Menschen in Deutschland ohne Arbeit, im Vergleich zum Vormonat ergab sich im Zuge der auslaufenden Herbstbelebung ein Rückgang um unbereinigt rund 8.000 Personen. Zugleich lag die Arbeitslosenzahl im November um rund 390.000 unter dem Vorjahresstand. Im Oktober war die Arbeitslosenzahl erstmals seit November 1992 unter die Marke von 3 Millionen gefallen. Die nicht-saisonbereinigte Arbeitslosenquote belief sich auf 7,1% (Oktober: 7,2%).

"Der Arbeitsmarkt ist noch stabil", sagte der BA-Vorstandsvorsitzende Frank-Jürgen Weise zu den aktuellen Zahlen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung habe zugenommen und die Nachfrage der Unternehmen nach Mitarbeitern befinde sich nach wie vor auf hohem Niveau. "Allerdings mehren sich die Anzeichen, dass der wirtschaftliche Abschwung den Arbeitsmarkt bald erfassen wird", warnte er. So sei auch der Rückgang der unbereinigten Arbeitslosigkeit im November schwächer als im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre (minus 56.000) ausgefallen.

Der anhaltende Abbau der Arbeitslosigkeit erklärt sich nach Angaben der BA vor allem mit dem konjunkturbedingten Aufbau sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Geholfen hätten außerdem die Arbeitsmarktreformen sowie ein rückläufiges Arbeitskräfteangebot.

Bankvolkswirte sagten, der deutsche Arbeitsmarkt sei in einem Umfeld sich immer stärker eintrübenden Konjunkturdaten "der letzte Fels in der Brandung". Dennoch seien die neuen Zahlen nicht dazu angetan, die Konjunkturkrise zu verniedlichen, meinte Jens Kramer von der NordLB. "Das dicke Ende kommt erst noch - auch und gerade am Arbeitsmarkt", warnte der Ökonom. So sagte auch Postbank-Expertin Fabienne Riefer, dass es Anfang 2009 zu steigenden Arbeitslosenzahlen kommen werde. Sie verwies darauf, dass das gesamtwirtschaftliche Stellenangebot bereits abgenommen habe und dass vermehrt Kurzarbeit nachgefragt werde.

Eckart Tuchtfeld von der Commerzbank sagte ebenfalls, dass der Arbeitsmarkt im kommenden Jahr von der Rezession und der Finanzmarktkrise erfasst werden dürfte. Angesichts der Finanzkrise und des jetzt schon starken konjunkturellen Einbruchs erwartet er für den Verlauf des kommenden Jahres einen deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit um rund 700.000 Personen.

-Von Katrin Härtel und Peter Trautmann, Dow Jones Newswires,
+49 (0) 69/297 25-300, konjunktur.de@dowjones.com
DJG/ptt/kth

(END) Dow Jones Newswires

November 27, 2008 05:41 ET (10:41 GMT)

Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.

(dowjones.de, boerse-express.com Partner)

Wir weisen darauf hin, dass es sich hierbei nicht um die Meinung von boerse-express.com sondern um einen Partner-Artikel von dowjones.de handelt.

Community

  • Starten Sie die Diskussion zu diesem Artikel
  • Bewerten auch Sie diesen Artikel:
      (0 Stimmen)




Gratis-PDF-Produkte

Hier haben Sie die Möglichkeit, sich für den Bezug unserer kostenlosen Newsletter & PDF-Produkte einzutragen.
"Börse Express free"
"Fonds Express"
"Venture Woche"
 

Ihre Email Adresse