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Radar internationale Presse (kommentiert): Tiffany, Toshiba, EZB, Investmentfonds,...
27. November 2008 15:02
Standpunkt: Das ist nicht weiter überraschend. In wirtschaftlich schweren Zeiten lassen natürlich auch die Verkäufe im Luxussegment nach. Tiffany reagiert darauf mit Kostensenkungen und einer geringeren als geplanten Anzahl von neuen Läden in 2009. Auch, wenn die Rückgänge drastisch sind. Noch jedenfalls macht Tiffany ordentliche Gewinne.
Deere mit pessimistischem Ausblick. Der Traktorenhersteller Deere & Co. erwartet aufgrund höherer Materialkosten und der Erwartungen der Farmer auf niedrigere Einkommen einen etwas niedrigeren Gewinn in 2009 als in 2008. Im vierten Quartal sind die Umsätze um 24 % gestiegen und die Gewinne um -18 % auf 345 Mio. Dollar gefallen. Die Auftragseingänge für große Traktoren, Mähdrescher und sonstige Farmergeräte waren jedoch solide. (WSJ)
Standpunkt: Das sieht ein wenig nach hausgemachten Fehlern aus. Denn die Branche rund um Nahrungsmittel boomt. Und zwar weltweit. Offensichtlich hat Deere ein Kostenproblem. Dass sollte zu lösen sein. Deere wäre dann wieder ein interessantes Investment.
Toshiba will 2010 50 % der Solid State Drive Marktes haben. Toshiba plant bis 2010 einen 50 %-igen Markteinteil bei sog. Solid State Drives zu bekommen. Solid State Drives sind Speichermedien, die im Gegensatz zu den rotierenden Festplatten auf nicht flüchtigen Flashspeichern basieren. Derzeit werden von Toshiba im Monat 40.000 SSD produziert. Toshiba will den Output in der ersten Jahreshälfte 2009 auf 100.000 und bis 2010 auf 600.000 Einheiten je Monat steigern. Laut einem US-Marktforschungsunternehmen soll der Markt für SSD’s in 2010 bei 300 Mrd. Yen liegen. (NNI)
Standpunkt: Toshiba ist der Meinung, dass die Notebooks in 2010 keine Festplatten mehr haben werden. Das ist gut möglich. Wenn es so kommt liegt Toshiba goldrichtig. Insofern ist eine Investition in Toshiba derzeit eine Möglichkeit, die man in Betracht ziehen sollte.
EZB signalisiert Leitzinssenkung. Jean-Claude Trichet hat gestern geäußert, dass der derzeitige Leitzins von 3,25 % weiter gesenkt werden kann, wenn der Teuerungsdruck nachlasse. Insofern wird vom Markt erwartet, dass der Leitzins am 4. Dezember um 0,5 Prozentpunkte auf 2,75 % gesenkt werden wird. (FAZ)
Standpunkt: Das wird auch Zeit kann man dazu nur feststellen. Von Antizyklik hat Herr Trichet offensichtlich noch nichts gehört. Jetzt kommt die Zinssenkung fast ein wenig spät. Wenngleich noch nicht zu spät. Es wäre aber schon schön, wenn die EZB ein wenig mehr über ihren Tellerrand schauen würde. Globalisierung bedeutet global abgestimmtes Handeln. Wer glaubt, man könne in einer solch verflochtenen Weltwirtschaft eine Insel der Seeligen schaffen, irrt. Und zwar gewaltig. Dass musste Trichet spüren und auch Frau Merkel. Dass beide es nicht schaffen, angemessen auf die Krise zu reagieren, zeigt deren offensichtliches Unverständnis für gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge.
Rekordabflüsse aus Investmentfonds. Allein im Monat Oktober beliefen sich die Abflüsse aus Investmentfonds per Saldo auf -46,3 Mrd. Euro. Das ist so viel wie nie zuvor. Zum Vergleich: im September betrug der Betrag -7,1 Mrd. Euro und im Januar war der Zufluss bei 7,1 Mrd. Euro. Steueroptimierte Fonds, Geldmarktfonds und Immobilienfonds waren besonders betroffen. Auch Aktienfonds mussten Abflüsse verzeichnen. (FAZ)
Standpunkt: Das haben sich die Fondsgesellschaften selbst zuzuschreiben. Selbst in Zeiten des Internets, wo jede Transaktion den Kunden gezeigt werden könnte, herrscht ein großes Maß an Intransparenz. Und das wollen die Kunden eben nicht mehr. Andererseits handeln die Anleger vollkommen falsch. Gerade jetzt wäre es an der Zeit zu investieren. Aber dazu gehört Mut und Zuversicht. Beides sind derzeit Raritäten.
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