logo No.1 Börse
User online: 659
pxp
01.12.2008

Der Tag mit Bloomberg: Anleger erwarten Leitzins-Entscheidungen der EZB, BoE, Euro dürfte unter Druck bleiben, ....

Die internationalen Tagesthemen (in Kooperation mit Bloomberg)
(c)



AUF EINEN BLICK:

-BÖRSEN: Anleger erwarten Leitzins-Entscheidungen der EZB, BoE

-DEVISENMARKT: Euro dürfte zu Dollar, Yen unter Druck bleiben

-ROHSTOFFE: Der Ölpreis fiel am Montag im frühen Handel 2,1 Prozent auf 53,30 Dollar je Barrel (159 Liter). Der Preis für Gold fiel im asiatischen Handel 0,8 Prozent auf 811,38 Dollar je Unze.

-BÖRSENBAROMETER:

28.11. 27.11.

Veränderung in % Dax + 0,9 + 2,3 DJ Euro Stoxx 50 + 0,1 + 2,3 Dow Jones + 1,2 k. Handel S&P 500 + 1,0 k. Handel Nasdaq Composite + 0,2 k. Handel

Der japanische Nikkei 225 fiel am Montag im späten Handel 1,4 Prozent. Am Freitag hatte der Index der Börse Tokio 1,7 Prozent zugelegt.

+++++++

WELTBÖRSEN:

Anleger erwarten Leitzins-Entscheidung der EZB, BoE

In der neuen Woche sind die Blicke der Anleger auf die Notenbanken in Frankfurt und London gerichtet. Am Donnerstag werden die EZB und die Bank of England aller Voraussicht nach die Geldpolitik weiter lockern - die entscheidende Frage an den Börsen lautet: Wie stark?

Nachdem die britische Notenbank den Leitzins Anfang November um äusserst kräftige 150 Basispunkte herabgesetzt hat, rechnen Experten nun mit einer neuen Zinssenkung um 100 Basispunkte auf zwei Prozent. Im Euroraum erwarten alle von Bloomberg befragten Volkswirte einen Zinsschnitt um mindestens 50 Basispunkte. Manche Experten sehen den EZB- Leitsatz allerdings sogar 100 Basispunkte purzeln.

Die stark nachlassende Inflation öffnet den Währungshütern hier grossen Spielraum. In Bezug auf die Marktpsychologie befinden sie sich allerdings in einer Zwickmühle: "Angesichts der Erwartungshaltung dürfte es den Notenbankern schwer fallen, einen Überraschungscoup zu landen, ohne ein insgesamt panisches Bild abzugeben", urteilte LBBW-Analyst Steffen Neumann.

Aktienhändler Fidel Helmer von Hauck & Aufhäuser zählt die anstehenden Zinssenkungen trotzdem zu den klar stützenden Faktoren für die neue Börsenwoche. Einen weiteren Grund für Aktienkäufe im Dezember sieht er in der neuen Abgeltungssteuer, die zum Jahreswechsel in Deutschland in Kraft tritt. "Wer noch Aktien kauft, kann Steuern sparen", so Helmer. Zusammen mit der ermutigenden Bilanz der abgelaufenen Woche ergebe sich ein leicht aufgehelltes Bild an den Märkten. Bis zum Jahresende könnte sich der Deutsche Aktienindex (Dax) durchaus bis auf 5200 Punkte erholen.

Vergangene Woche hat der Dax rund 440 Punkte gut gemacht und die Marke von 4500 Punkten im Sturm zurückerobert. Auch der Dow Jones in den USA und der europäische Stoxx 600 haben sich vergleichbar gut erholt. Ein Boden ist zunächst gebildet, nur muss dieser noch halten. Die anstehenden Konjunkturdaten aus den USA dürften dabei allerdings kaum helfen. Investoren sehen den heute vorgelegten ISM-Indizes und den Arbeitsmarktdaten am Freitag mit Sorge entgegen. Am Mittwoch veröffentlicht die Notenbank Fed ihren Konjunkturbericht Beige Book, der ebenfalls keine ermutigende Lektüre sein dürfte.

Zahlen zum vierten Geschäftsquartal des Chipherstellers Infineon am Mittwoch und ein Zwischenbericht des Handyherstellers Nokia am Donnerstag werden ein genaueres Bild der Geschäfte in der Technologiebranche zeichnen und können hier die Kurse stärker bewegen.

AUSBLICK:

Märkte heute für Montag, 1. Dezember:

Konjunkturdaten:

-Einkaufsmanagerindizes verarbeitendes Gewerbe November für Deutschland (9.55), Frankreich (9.50) und Eurozone (10 Uhr)

-Deutschland: Einzelhandelsumsatz Oktober (8 Uhr)

-Grossbritannien: Geldmenge M4 Oktober, Hypothekengenehmigungen Oktober (jeweils 10.30 Uhr)

-USA: ISM-Index verarbeitendes Gewerbe November (16.00 Uhr)

Unternehmensergebnisse:

-Qimonda AG (QI1A GY) Q4

+++

DEVISENMARKT:

Euro dürfte unter Druck bleiben

Devisenexperten erwarten in der neuen Handelswoche weitere Kursverluste beim Euro. Sowohl zum Dollar als auch zum japanischen Yen werde es weiter abwärts gehen, da die Europäische Zentralbank ihre Geldpolitik aller Wahrscheinlichkeit nach lockern wird.

"Angesichts des verschlechterten Konjunkturumfelds ist es praktisch sicher, dass die EZB die Zinsen senken wird", sagte Devisenstratege Ian Stannard von BNP Paribas. Notenbankpräsident Jean-Claude Trichet werde den Leitsatz am Donnerstag aggressiver stutzen als allgemein angenommen, und dies werde den Euro unter Druck bringen. Von Bloomberg befragte Volkswirte gehen im Mittel davon aus, dass die Währungshüter den Leitzins um 50 Basispunkte auf 2,75 Prozent reduzieren. In den USA liegt der Leitzins derzeit bei einem Prozent und in Japan bei nur 0,3 Prozent.

Anfang der vergangenen Woche hatte die Gemeinschaftswährung zunächst zur US-Währung zugelegt und die Marke von 1,30 Dollar zurückerobert. Ab Mittwoch ging der Euro wieder auf Talfahrt, am Freitagabend kostete er nur noch knapp 1,27 Dollar. Auch die Kurserholung zum Yen vor einer Woche blieb ein Intermezzo. Seit Dienstag hat der Euro vier Prozent zum Yen nachgegeben auf zuletzt rund 121 Yen. BNP-Stratege Stannard sieht den Euro zum Jahresende bei 1,17 Dollar beziehungsweise 105 Yen.

++++++

ROHSTOFFE:

-Öl: Der Ölpreis fiel am Montag im frühen Handel 2,1 Prozent auf 53,30 Dollar je Barrel (159 Liter). Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) hatte zuvor die Entscheidung über eine mögliche Senkung der Fördermengen um weitere zwei Wochen verschoben. Die Öl-Länder gehen davon aus, dass die Nachfrage wegen der weltweiten Konjunkturabkühlung viel geringer ausfallen werde als vor einem Monat erwartet. Dennoch wäre möglicherweise keine weiterer Einschnitt bei der Förderung nötig, wenn die Mitgliedsstaaten die im Oktober beschlossenen Einschnitte bei der Produktion umsetzten, sagte der saudi-arabische Ölminister Ali al-Naimi der Zeitung Al Hayat.

-Gold: Der Preis des Edelmetalls fiel im asiatischen Handel 0,8 Prozent auf 811,38 Dollar je Unze. Belastend wirkten der Rückgang des Ölpreises sowie Zahlen zum Umsatz des US- Einzelhandels am Freitag. Der Brückentag nach Thanksgiving gilt als Auftakt des Weihnachtsgeschäfts, und die Branche vermeldete das langsamste Wachstum seit drei Jahren. Dazu komt der weitere Anstieg des Dollar zum Euro am Montag, der Gold als alternatives Investment weniger attraktiv macht. Händler gehen davon aus, dass in den kommenden Tagen Goldkäufe zur Absicherung einerseits und niedrigere Nachfrage nach dem Edelmetall zum Schutz vor Inflation andererseits den Markt bestimmen werden.



(in Kooperation mit Bloomberg)

Community

  • Starten Sie die Diskussion zu diesem Artikel
  • Bewerten auch Sie diesen Artikel:
      (0 Stimmen)




Gratis-PDF-Produkte

Hier haben Sie die Möglichkeit, sich für den Bezug unserer kostenlosen Newsletter & PDF-Produkte einzutragen.
"Börse Express free"
"Fonds Express"
"Venture Woche"
 

Ihre Email Adresse