Apple hat ein zunehmendes Problem mit seinem Online-Musikgeschäft iTunes Store. Immer mehr Plattenfirmen und Musiker wollen ihre neuen Veröffentlichungen nicht mehr über die Plattform anbieten.
Hintergrund ist vor allem die Möglichkeit der Nutzer, über iTunes einzelne Songs zu erwerben. Der Gewinn beim Verkauf kompletter Alben ist für die Musiker und Labels aber bedeutend höher. Obwohl Apple inzwischen der größte Musikhändler in den USA ist, trat inzwischen mehrfach das Phänomen auf, dass mehr Einnahmen erzielt werden, wenn der iTunes Store gemieden und nur eine CD angeboten wurde.
Ein aktuelles Beispiel ist das letzte Album "Rock'n Roll Jesus" von Kid Rock. Von diesem wurden in den USA 1,7 Millionen Kopien verkauft, im iTunes Store war es aber nicht zu haben. Diese Zahl ist für die Musikindustrie inzwischen ein guter Erfolg. Man geht davon aus, dass der digitale Vertrieb den Absatz des Gesamtalbums deutlich geschmälert hätte.
Auch die Eagles werden ihr neues Album ausschließlich auf CD herausbringen. Dem ging eine Analyse zum Absatz ihrer früheren Veröffentlichungen voraus. Nach Angaben des Band-Managements hat man im iTunes Store zwar gute Verkaufszahlen erzielt, allerdings reduzierte sich dadurch die Zahl der im gleichen Zeitraum verkauften kompletten Alben. Geschätzt wird ein Gesamtverlust von 500.000 Dollar.
Apple lehnt das Bestreben einiger Labels, auch online nur vollständige Alben zu verkaufen, ab. Damit handelt das Unternehmen auch im Interesse seiner Kunden. Die Möglichkeit, einen beliebten Song zu erwerben, ohne auch das zusätzliche "Füllmaterial" - wie es der Professor für Medien von der New York University Aram Sinnreich nennt - kaufen zu müssen, ist eine geschätzte Neuerung des Internet-Handels.