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FAHRBERICHTE

Cabrio-Reportage: Fiat 850 Sport Spider

Noch scheint die Sonne, aber einzelne Quellwolken verheißen im Westen nichts Gutes. Frisches Grün erobert zaghaft die Alleebäume am Straßenrand. Es blüht im Erdinger Moos, Wind und Regen haben weißes Konfetti in die Pfützen gestreut. Wir sind mit Monika Riesch verabredet. Sie will ihren Fiat 850 Sport Spider verkaufen: Nachwuchs, der Firmenwagen des Mannes, zu wenig Zeit und ein neuer Ford Mondeo Turnier.


Seit sie 19 ist, besitzt Monika Riesch das seltene Cabrio

Diese Auswahl plausibler Gründe erzählte uns die charmante junge Frau mit dem reizvollen bayerischen Akzent schon am Telefon auf. Nur in gute Hände soll der Wagen kommen, schließlich fährt sie ihn seit ihrem 19. Lebensjahr. Sie will, dass der Kleine wieder begehrt wird, gehätschelt und viel öfter gefahren als jetzt, wo es stets kleine Standschäden zu beseitigen galt.

Es war ein Geschenk ihres Vaters. Damals passte es wunderbar und vielleicht auch noch bis 30 - das hübsche junge Mädchen und der elegante kleine Spider, ein märchenhafter Traum für viele. Haute Couture von Bertone, kein Karosserieteil identisch mit Limousine und Coupé. Was für ein Aufwand, was für ein Luxus in der kleinen Wagenklasse. Wie liebevoll das Cockpit gestaltet ist, das gelochte Sportlenkrad, die vielen hübschen Instrumente wie beim großen 124 Spider, sogar eines für Öldruck.


Auto

Cabrio-Reportage: Erfüllte Träume

Der Stoßstangen-Motor dreht bis 6.500/min

Im Winter nahm die Tanzlehrerin mit eigenem Studio oft den Daihatsu Charade ihrer Mutter, deshalb steht das Wägelchen noch so gut da. Kaum irgendwelche Roststellen, der gelbe Lack, er stammt von 1992, glänzt makellos und verführerisch in der Sonne. Dennoch verraten kleine Mängel, vor allem im Innenraum, dass der Wagen etwas Kümmerung benötigt. Schnell ist das neue Verdeck im Kasten versenkt. Spontan springt der Spider an, der kleine Vierzylinder bellt freudig los im typischen Fiat-Sound. Es gab ihn noch im Uno und im Panda.

Im langen Heck des Spiders frisiert ihn ein kräftiges Werkstuning auf 52 PS bei sehr beachtlichen 6.500 Touren, das ist für einen Stoßstangenmotor enorm. Die Schaltung funktioniert exakt, benötigt aber Heckmotorbedingt recht lange Wege.

Spielerisch dreht Monika Riesch ihre Runden im Spider, die Lenkung ist direkt und geht leicht wie bei einem Go-Kart. Flach steht das Lenkrad, und die Pedalerie drängt sich auf engem Raum. Der zierliche Wagen verlangt nach filigranen Figuren. Der Spider gibt sein Bestes, hängt wunderbar am Gas, ist schon quicklebendig bei einer Schaltdrehzahl von nur 3.000. Trotz des heftig einsetzenden Regens und des inzwischen geschlossenen Verdecks stellt sich bei ihr so etwas wie Wiedersehensfreude ein - 18 Monate ist sie ihn schon nicht mehr gefahren. Doch sie erkennt auch mit Wehmut, dass ihre unbeschwerte Zeit mit dem kleinen gelben Spider wohl endgültig vorbei ist.




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01.07.08 13.29 | Autor: Alf Cremers | Fotos: Frank Herzog
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