Leistungsdaten von Kraftsportlern, dazu die nach oben offene Freiheit eines Cabriolets: Audi RS4 und BMW M3 folgen der gleichen Idee, bringen sie aber unterschiedlich auf die Straße. Welcher ist die größere Offenbarung?
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Die schiere Leistung setzt das erste große Ausrufezeichen: 420 PS - da verstecken sich jeweils Hochleistungssportler im V8-Format unter der Motorhaube gutbürgerlicher Mittelklasse-Cabrios. Nur die breiten Backen und aufgeblähte Nüstern in den vorderen Stoßfängern lassen das Potenzial der Kraftprotze ahnen. Für Aufsehen ist vor allem im offenen Zustand gesorgt. Da geben beide den schicken Flaneur - mit komfortablem Raumangebot in der ersten Reihe und Platz für zwei Mitfahrer hinten. Die müssen sich zwar speziell beim Audi in beengten Verhältnissen zurechtfinden, aber für die Fahrt zur nächsten Sommerparty im Grünen reicht es. Geschlossen ist das Sitzen mit wenig Kopfraum im Fond ohnehin keine reine Freude - ob Blechdach beim M3 oder Stoffmütze beim RS4 macht da keinen Unterschied.
In beiden Fällen genügt fürs Öffnen des Dachs ein Knopfdruck. Binnen 28 Sekunden ist die ganze Mimik automatisch im Kofferraum verstaut. Dass dort dann jeweils nur noch Platz für ein flaches Gepäckstück bleibt, dürfte höchstens Buchhalternaturen wirklich stören. Wichtiger erscheint das akustische Verhalten. Im Wettstreit Stoff gegen Blech hat sich Audi bisher standhaft dem Zeitgeist widersetzt. Und das serienmäßige Akustik-Verdeck hat den Aufwand gelohnt: Auch bei hohem Autobahntempo ist es keineswegs lauter als die BMW-Blechhaut mit ihrer unschönen Querfuge, die allerdings die Gefahr von Schlitzattacken unterbindet. Die Dachfrage bleibt also eher Geschmackssache. Das gilt noch mehr für die Motoren, die zwar leistungsgleich, aber von ganz unterschiedlichem Charakter sind.
Der BMW-V8 ist auf Krawall gebürstet
Lässt man den M3 von der Leine, stürmt er heiser fauchend voran, als wolle er Passanten auf der Straße erschrecken. Die gleiche Vorstellung erledigt der RS4 mit ähnlicher Dynamik, aber verhalten grummelnd in einer Stimmlage, in der schon Generationen von V8-Chören sangen. Der BMW-V8 ist auf Krawall gebürstet. Nicht nur akustisch, auch sein Hochdrehzahlkonzept, mit dem er sich erst bei 8.300/min zur Höchstleistung aufschwingt, offenbart das sportliche Bekenntnis.
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