Die Verteilung der Antriebskraft auf vier Räder ist besonders in Verbindung mit drehmomentstarken Dieselmotoren sinnvoll. Einen solchen bietet nun auch Subaru im Legacy Kombi 2.0D und tritt damit gegen den VW Passat Variant 2.0 TDI 4Motion an.
Oberinspektor Derrick ohne seinen Assistenten Harry Klein? Undenkbar! Genauso wie Subaru ohne Allradantrieb. Aber Dieselmotoren? Die waren bislang so weit von der Marke entfernt wie das Forsthaus Falkenau von der Bonanza-Ranch Ponderosa. Ein Grund dafür war die heute exotisch anmutende Antriebsstrang-Konfiguration mit längs eingebauten Boxermotoren, für die es keinen kompatiblen Selbstzünder gab. Den musste Subaru erst mit hohem Aufwand entwickeln.
Subaru zeigt dem VW die beiden Auspuffendrohre
Dagegen gehört der TDI seit vielen Jahren zu VW wie die Lindenstraße ins Sonntag-Vorabendprogramm der ARD. Im Passat Variant 2.0 TDI 4Motion wird darüber hinaus die beliebteste Karosserie-Variante mit einem Allradantrieb kombiniert. Der von Pumpe-Düse- auf Common-Rail-Einspritzung umgestellte, konventionell quer eingebaute Zweiliter-Diesel bringt es nach wie vor auf 140 PS und 320 Nm. Vorteil Subaru: Der ebenfalls zwei Liter große Boxer-Diesel leistet nicht nur zehn PS mehr, er ist mit 350 Nm auch kräftiger.
Und das nicht nur auf dem Papier, wie die Messwerte zeigen. Sowohl in der Beschleunigung als auch im Durchzug zeigt der Subaru dem VW die beiden Auspuffendrohre. Dabei hat der Legacy mit seinem Fünfgang-Getriebe bei den Elastizitätsmessungen nur scheinbar einen Vorteil, denn sein fünfter Gang ist praktisch genauso lang übersetzt wie der sechste beim Passat. Trotzdem nimmt ihm der Legacy über zwei Sekunden beim Zwischenspurt von 80 auf 120 km/h im jeweils letzten Gang ab. Der Boxer-Diesel hat zudem in allen Bereichen genügend Kraft, um die größeren Übersetzungssprünge locker zu verdauen, so dass man einen sechsten Gang nicht wirklich vermisst.
Antriebskapitel geht an Japan
Gegen den auch subjektiv temperamentvollen Subaru wirkt der Passat so, als laufe er mit angezogenem Zügel. Im Vergleich zu den Pumpe-Düse-Aggregaten ist die Leistungsentfaltung zwar gleichmäßiger, aber der Punch blieb auf der Strecke. Zudem läuft der TDI-Motor akustisch und mechanisch immer etwas kerniger als der sehr kultivierte Boxer mit seinem perfekten Massenausgleich, der sogar noch etwas sparsamer ist. Selbst die leichte Anfahrschwäche und das Kaltstartnageln ändern nichts daran, dass das Antriebskapitel an den Diesel-Newcomer aus Japan geht.
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