Sie heißen Flexenpass, Flüela, Silvretta und Hochtannbergpass, schwingen sich in luftige Höhen und sind immer eine Reise wert - eine Tour auf der Route der Silvretta Classic Rallye Montafon.
Silvretta '08 auf Motor-Klassik.de
In jenem Jahr, in dem sie in der Holzfällerhütte wohnten mit dem großen, viereckigen Kachelofen und wo sie auf Matratzen schliefen, die mit Buchenblättern gefüllt waren ..." Ernest Hemingway lässt den delirierenden Jäger Harry in seiner Kurzgeschichte „Schnee auf dem Kilimandscharo" zurückreisen in eine Vergangenheit, die seine eigene war. In eine Gegend, die der Dichter liebte, in der er zwei Winter verbrachte, Ski fuhr, pokerte, soff und an seinem Roman "Fiesta" schrieb: das Montafon und seine Berge.
Käfer auf Berg- und Talfahrt
Hemingway fuhr vor 84 Jahren mit dem Zug. Ein gut 30 Jahre altes Käfer Cabriolet, sympathische Leihgabe der VW-Autostadt in Wolfsburg, ist heute gerade recht, die Vergangenheit in der Gegenwart zu erleben. Die Berge in Vorarlberg stehen noch wie zu jenen Zeiten, als Rätoromanen und Walser Rodungen in die großen Wälder schlugen. Ihre Siedlungen waren klein, zerstreut an den Hängen, in den Flusstälern. Heute sind die Orte im Tal viel größer und konzentrierter, während die Menschen am Berg oft noch ebenso abgeschieden wie früher leben.
Aber durchaus nicht einsam, denn gut ausgebaute Straßen verbinden inzwischen die kleinsten Weiler. Plankengesicherte Pässe führen über viele Höhen, wobei das schönste Panorama auf Berge und Almen zweifellos die Silvretta-Hochalpenstraße bietet, gebaut 30 Jahre nach Hemingways Holidays. Sie windet sich in zahllosen Serpentinen 22 Kilometer bergauf und endet am Silvretta-See, auf dem Kapitän Stefan Schindelecker in der Sommersaison mit seinem holländischen Grachtenboot kreuzt.
Verkehrsarme Hochetappen
Reizvoll ist es, von Partenen aus dem Kurs der Silvretta Classic Rallye zu folgen. Als Stärkung vor dem Start empfiehlt sich eine Gerstensuppe mit Liebstöckel oder ein Cordon Bleu mit Sura Kees - saurem Käse, einer Spezialität des Montafons. Von der Passhöhe am Silvretta-See geht es hinunter bis Galtür, weiter durch das Paznaun-Tal nach Landeck. Von dort über Pfunds in die Schweiz und zu den romantischen alten Dörfern Sent, Scuol und Guarda im Unterengadin, in denen heute noch rätoromanisch gesprochen wird.
Es folgt der leicht zu befahrende Flüelapass, der über 28 Kilometer ins Pratigau und nach Davos führt. Auf diesem Pass herrscht meist wenig Verkehr, denn nach Eröffnung des Vereina-Tunnels verkehren dort fast nur mehr Postbusse sowie im Sommer eine Postkutsche von Davos zum Hospiz auf der Gipfelhöhe. Von dort ist es nicht mehr weit bis Vaduz, seit 1719 Hauptstadt des kleinen Fürstentums Liechtenstein mit nicht mehr als 5.000 Staatsbürgern - im ganzen, 17 Quadratkilometer großen Land, wohlverstanden.
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