Der chinesische Autohersteller Chery erwägt Medienberichten zufolge eine Übernahme des renommierten Konkurrenten Volvo.
Das Wirtschaftsmagazin "Caijing" schrieb am Montag (7.7.), der chinesische Aufsteiger habe Kontakt zu Banken und anderen potenziellen Kapitalgebern für eine Übernahme des schwedischen Unternehmens vom angeschlagenen US-Konzern Ford aufgenommen. Die Kosten könnten bei umgerechnet mehr als drei Milliarden Euro liegen. Der Plan des Privatunternehmens aus dem zentralchinesischen Wuhu befinde sich jedoch noch in der Anfangsphase und sei bislang auch nicht der Provinzbehörde zur Genehmigung vorgelegt worden. Zudem dementierte ein Assistent der Chery-Führung, die sich noch nicht über das Geschäft geeinigt habe, dementierte außerdem die Berichte gegenüber "Caijing".
Der mit Milliardenverlusten kämpfende Ford-Konzern hatte bereits die britischen Traditionsmarken Land Rover und Jaguar an die indische Tata-Gruppe verkauft. Immer wieder wird spekuliert, dass auch die Tochter Volvo zur Disposition stehen könnte. Die US-Autohersteller brauchen Geld, um die Verluste im US-Markt auszugleichen. Angesichts der Rekord-Spritpreise kaufen die Amerikaner deutlich weniger der schweren Geländewagen und Pick-Ups, die die Modellpalette der US-Autobauer dominieren.
Chery gilt als einer der am schnellsten wachsenden Hersteller auf dem sich rasant entwickelnden chinesischen Automarkt. Die chinesische Branche versucht unter anderem durch Ankäufe aus dem Ausland international wettbewerbsfähig zu werden. So hatte vor einiger Zeit die Shanghai Automotive Industry Corp. (SAIC) Teile des zusammengebrochenen britischen Herstellers Rover aufgekauft. Chery ging im vergangenen Jahr - noch zu Zeiten von Daimler-Chrysler - eine Partnerschaft mit dem US-Autohersteller Chrysler zum Bau kompakter Autos ein.
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Leserkommentare ( 1 )
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RE:Chery schielt nach Volvo
Ich hoffe doch sehr, dass die Volvo Industriesparte sich doch noch zu einem Rückkauf – dies mit Unterstützung der schwedischen Regierung – durchringen kann. Es geht hier nicht nur um Know-How, sondern auch um den Autostandort Schweden und damit um tausende von Arbeitsplätzen.