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03. Dezember 2008
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"Gefahr von Glücksspiel unterschätzt"

Präventionsbeauftragte sollen auch in Braunschweig über Risiken aufklären

Von Bettina Thoenes

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Poker, Roulette oder Automaten: Für hochgerechnet 1100 Menschen in Braunschweig und Region ist das Glücksspiel längst kein harmloses Freizeitvergnügen mehr. "Verhaltenssüchte wie die Spielsucht sind auf dem Vormarsch", stellt Johannes Benedde fest.

Der Leiter der Suchthilfe-Einrichtung Lukas-Werk in Braunschweig sieht in Sachen Glücksspiel "eine Riesenbugwelle auf uns zukommen". Der Gegner in einer globalisierten Internet-Welt sei mächtig.

Der mit dem Angebot steigenden Suchtgefahr soll auch in Braunschweig mit Aufklärung begegnet werden: In der Drogenberatungsstelle Drobs ist Daniela Kuhnt neue Präventionsfachkraft, im Lukas-Werk hat Matthias Weißbrod die Aufgabe, das Augenmerk der Öffentlichkeit stärker auf Risiken des Glückspiels und die Hilfsangebote zu lenken.

Hintergrund ist ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts, nach dem das staatliche Glücksspielmonopol nur zulässig ist, wenn die Länder Maßnahmen zur Vermeidung und Bekämpfung von Spielsucht treffen.

Nach dem seit Jahresbeginn geltenden Glücksspiel-Staatsvertrag hat das Land Niedersachsen an 24 Standorten Präventionsstellen geschaffen – zwei davon in Braunschweig. Ein Ziel der Präventionsarbeit: die Früherkennung von auffälligem Verhalten.

Der Krankheitswert und die Symptome von Spielsucht vergleicht Johannes Benedde mit dem von Alkoholismus. Trotzdem werde die Gefahr immer noch unterschätzt, so die Erfahrung der Braunschweiger Suchthelfer, die Automaten-Spieler als größte Risiko-Gruppe ansehen.

Alle zwölf Sekunden ein neues Spiel – und die Hoffnung auf ein neues Glück. "Wer gewinnt, spielt weiter, um den Gewinn noch zu toppen. Wer verliert, macht weiter, weil er den Verlust wieder ausgleichen will", sagt Daniela Kuhnt. "Viele Suchtkarrieren", weiß Matthias Weißbrod, "beginnen mit einem Gewinn."

Pathologisches Glücksspiel könne sich über Jahre entwickeln – als verheimlichtes Doppelleben, bis Schulden nicht mehr beherrschbar sind oder die Familie auseinanderbricht. "Oft fliegt es auf, wenn die Ehefrau merkt: Wo sind die 30 000 Euro vom Konto?" Entzug spüren Spielsüchtige auch körperlich: Sie leiden unter Nervosität, Schlafstörungen oder innerer Unruhe.

Mittwoch, 04.06.2008
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/8554915/menuid/2048
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