Der älteste kaufmännische Verein in Deutschland
Beim Ball der "Union" wurde gegen die aktuellen Sorgen der Finanzmarktkrise angesungen Verein besteht seit 190 Jahren
"Wo feiern wir in Braunschweig noch Bälle?", fragte Adalbert Wandt die Gäste im Waldhaus Oelper und gab dann diese Antwort: "Wir trauen uns was."
Ja, die "Union", Kaufmännischer Verein von 1818, deren Präsident seit mehr als 20 Jahren Adalbert Wandt ist, traute sich am Samstagabend was.
Statt einer Party wie in der Vergangenheit gabs diesmal einen Jubiläumsball. Der feierliche Anlass dafür: Die "Union" blickt auf ihr 190-jähriges Bestehen zurück.
In Zeiten einer Finanzmarktkrise, wie sie Deutschland seit Jahren nicht mehr erlebt hat, wurden die Sorgen für einige Stunden vergessen. Zunächst wurde gegen sie angespielt und angesungen, danach wurde getanzt. Zur Stärkung gab es ein kalt-warmes Büfett.
Es war sicher kein Zufall, dass Kammersänger Latchezar Pravtchev in seinem Auftaktlied aus voller Tenor-Brust verkündete: "Glücklich ist, wer vergisst, was nicht mehr zu ändern ist". Ob nun mit dieser Arie aus der Johann-Strauss-Operette "Die Fledermaus", ob mit "Freunde, das Leben ist lebenswert" (aus "Giuditta" von Franz Lehar) oder "Dein ist mein ganzes Herz" (aus dem "Land des Lächelns", ebenfalls von Lehar), ob im zweiten Teil mit Titeln aus "Gianni Schicchi" oder "Tosca" von Giacomo Puccini jedes Mal dankten die rund 190 Ballgäste (unter ihnen auch der Bundestagsabgeordnete Carsten Müller und Ratspräsident Karl Grziwa) mit langanhaltendem Beifall für die Darbietungen.
Und nachdem Latchezar Pravtchev die durch Paul Potts aus dem Telekom-Werbespot weltweit bekannte Arie "Nessun dorma" ("Keiner schlafe") aus Giacomo Puccinis Oper "Turandot" wunderbar anheimelnd vorgetragen hatte, erschollen "Bravo-Rufe" durchs Waldhaus Oelper. Sie galten gleichermaßen den anderen Mitwirkenden: der Sopranistin Danuta Pulska und Burkhard Bauche am Klavier. Beide sind am Staatstheater engagiert. Pravtchev war dies bis 1989. Seitdem gehört er dem Ensemble der Staatsoper in Hannover an.
Stimmlich überzeugten auch Katrin Kossel und Mecvin Edmundson, die Gesangssolisten der Hamburger Band "Nightline", die alle aktuellen Hits in ihrem Programm hat, aber im Laufe des Abends leider immer lauter aufspielte.








