Christiane F.


Sohn in Obhut des Jugendamtes


 © stern TV
Christiane F. schien den Kampf gegen die Drogen gewonnen zu haben. Doch nun holt ihre Sucht sie ein

Das Buch "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" machte sie berühmt: Mit 13 Jahren wurde Christiane F. heroinabhängig, ging auf den Kinderstrich. Ganz Deutschland war schockiert. Doch die heute 46-Jährige überlebte die Hölle, bekam 1998 einen Sohn und löste sich von den Drogen. Nun erlitt Christiane F. einen Rückfall und verliert das Sorgerecht.

Rund 30 Jahre nach Veröffentlichung des Bestsellers "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" hat das Jugendamt der Berlinerin Christiane F. das Sorgerecht für ihren Sohn entzogen. "Sie kann der Erziehung und der Aufsichtspflicht des Kindes nicht mehr nachkommen", sagte eine Sprecherin des Jugendamtes Potsdam-Mittelmark. Die 46-Jährige könne sich wegen psychischer sowie Drogenproblemen nicht mehr um ihren zwölfjährigen Jungen kümmern, hieß es aus Behördenkreisen.
 
Das Amt prüfe nun, ob die Großmutter das Sorgerecht für das Kind übernehmen kann. Christiane F. solle ihren Sohn dann regelmäßig besuchen dürfen. Derzeit lebe der Junge in einer Wohngruppe. Erziehungshelfer des Jugendamtes seien bereits seit 1995, als Christiane F. von Berlin in den Landkreis Potsdam-Mittelmark zog, in engem Kontakt mit der Familie.
 
Das Schicksal der aus der Berliner Satellitensiedlung Gropiusstadt stammenden Christiane F. als drogensüchtige Jugendliche war von den Autoren Horst Rieck und Kai Hermann beschrieben worden. Die Reportage wurde 1978 als "Stern"-Buch zu einem Bestseller wie auch zur abschreckenden Schullektüre. 1980/81 kam der von Bernd Eichinger und Hans Weth produzierte Film von Ulrich Edel mit Natja Brunkhorst in der Titelrolle heraus.

Buchautor Rieck sagte jetzt in "Spiegel online", er habe zuletzt vor etwa 14 Tagen Kontakt mit Christiane F. gehabt. Dabei habe sie "sehr angespannt" gewirkt. Rieck gibt Christiane F. dennoch "grundsätzlich eine Chance", das sei "eine Frage von Willen und Entscheidung". Dazu gehöre viel Disziplin. "Man weiß ja, dass bei vielen Suchtkranken ein Kind dem Leben eine Struktur gibt. Die Frage ist nun, was passiert, wenn das Kind nicht mehr da ist. Soweit ich das in den vergangenen Jahren immer mal wieder verfolgen konnte, ist sie sehr verlässlich, sorgsam und liebevoll mit ihrem Sohn umgegangen."
 
DPA

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Leser-Kommentare (3) zu diesem Artikel

Turbo-Kid (12.8.2008, 5:38 Uhr)

Methadon und Wahrheit (11.8.2008, 15:16 Uhr)

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